Produzent Camenzind: Ein Hitlieferant wie im Roman
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Produzent Camenzind: Ein Hitlieferant wie im Roman

Was er anpackt, wird zu Gold: Roman Camenzind (30) ist der zurzeit gefragteste Produzent der Schweiz. Nach Erfolgen mit Subzonic, den MusicStars oder Baschi mischte er nun auch auf dem neuen Album der Lovebugs mit.

Der Hit «Bring en hei», den Sie produziert und mit Baschi geschrieben haben, ist in aller Munde. Was bedeutet Ihnen das?

Roman Camenzind: Es ist sensationell! Dass meine Arbeit von den Leuten goutiert wird, ist super.

Was tut ein Produzent wie Sie eigentlich genau?

Camenzind: Er ist mit dem Regisseur in einem Film vergleichbar. Er übernimmt die künstlerische und finanzielle Verantwortung für ein gesamtes Album.

Wie sieht diese Arbeit, etwa im Fall von Baschi, konkret aus?

Camenzind: Wir hören zusammen Musik, finden heraus, in welche Richtung das Album gehen soll, und diskutieren. Als Produzent ist es wichtig, sehr viele Gespräche mit den Künstlern zu führen.

Sie haben Baschi auch beigebracht, wie man Songs schreibt.

Camenzind: Auf seiner ersten CD stammten drei Lieder, etwa «Gib mer ä Chance», aus internationalen Songpools. Beim zweiten schrieben wir praktisch alles gemeinsam. Baschi entwickelt sich sehr schnell und hat das Zeug zum Songwriter.

Wie sah die Zusammenarbeit mit den Lovebugs aus?

Camenzind: Ganz anders. Die kamen mit 40 pfannenfertigen Songs, die ganz verschieden klingen, ins Studio. Gemeinsam versuchten wir, die beste Mischung zu finden.

Ein Produzent ist also eigentlich ein Psychologe.

Camenzind: Zum grossen Teil. Aber er muss auch viel über Musikgeschichte, Studiotechnik und so weiter wissen.

Da haben Sie aus Ihrer Zeit mit Subzonic genug Erfahrung.

Camenzind: Genau. Ich spielte jahrelang in dieser Band, die aus sehr eigenwilligen Charakteren besteht, ohne Suizid zu begehen. Daher weiss ich ungefähr, wie das funktioniert.

Claudia Schlup

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