Aktualisiert 04.08.2004 12:23

Professoren gegen «Ehrendoktor» für Putin

55 Professoren der Universität Hamburg haben einen Protest gegen die geplante Verleihung der Ehrendoktor-Würde an den russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichnet.

«Russland entwickelt sich immer mehr zu einem autokratischen Staat», erklärte der Dekan des Fachbereichs Sozialwissenschaften, Michael Greven, am Mittwoch. Zudem habe Putin «keine herausragende wissenschaftliche Leistung» erbracht, die eine Verleihung der Ehrendoktorwürde für Wirtschaftswissenschaften rechtfertigen würde.

«Ich kritisiere nicht generell die deutsche Politik gegenüber Russland», sagte Greven. Er sei vielmehr gegen eine Instrumentalisierung akademischer Strukturen, um Putin zu ehren.

In ihrem Protestschreiben prangern die Professoren den «in völkerrechtswidriger Weise geführte Tschetschenien-Krieg» an sowie die Unterdrückung und Schikanierung unabhängiger Medien und zivilgesellschaftlicher Organisationen.

Putin wird am 10. September in Hamburg erwartet, Er trifft dort zu Regierungskonsultationen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder zusammen.

Ausserdem ist Putin Teilnehmer des Forums «Petersburger Dialog», das er 2001 gemeinsam mit Schröder ins Leben gerufen hatte. Es soll das Verständnis zwischen beiden Ländern fördern. Bisher steht noch nicht offiziell fest, ob Putin die Ehrendoktorwürde annehmen will.

(sda)

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