Corona-Pandemie: Professorin schlägt Schliessung der Kantonsgrenzen vor
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Corona-PandemieProfessorin schlägt Schliessung der Kantonsgrenzen vor

Falls die Corona-Situation lokal «ausser Kontrolle» geraten sollte, schlägt Professorin Eva Maria Belser eine alternative Strategie vor. Der Leiter der Covid-Task-Force des Bundes, Martin Ackermann, hält an seinem Fahrplan fest.

von
Nadine Wozny
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«Einige Kantone brauchen noch bessere Pläne», findet Eva Maria Belser, Professorin für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Fribourg.

«Einige Kantone brauchen noch bessere Pläne», findet Eva Maria Belser, Professorin für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Fribourg.

Universität Fribourg
Falls die Situation lokal ausser Kontrolle gerät, müsse über einen regionalen Lockdown nachgedacht werden. 

Falls die Situation lokal ausser Kontrolle gerät, müsse über einen regionalen Lockdown nachgedacht werden.

KEYSTONE
«Vielleicht braucht es auch Grenzschliessungen zwischen den Kantonen.» 

«Vielleicht braucht es auch Grenzschliessungen zwischen den Kantonen.»

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Darum gehts

  • Professorin Eva Maria Belser schlägt eine neue Strategie vor, falls die Corona-Zahlen lokal steigen.
  • «Vielleicht braucht es auch Grenzschliessungen zwischen den Kantonen», sagt sie.
  • Covid-Task-Force des Bundes, Martin Ackermann, sieht im Moment keine Alternative zur aktuellen Strategie.

Ein zweiter landesweiten Lockdown muss verhindert werden. Da sind sich viele Experten einig. Die Professorin für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Fribourg, Eva Maria Belser, schlägt im «Sonntagsblick» eine alternative Strategie vor, falls es im Herbst zu grösseren lokalen Corona-Ausbrüchen kommt.

Wenn die Situation an einem Ort «ausser Kontrolle» gerät, müsse über einen regionalen Lockdown nachgedacht werden. «Vielleicht braucht es auch Grenzschliessungen zwischen den Kantonen», sagt Belser im Bericht.

Die Professorin kritisiert den Bund und die Kantone. In ihren Augen übernehmen sie zu wenig Verantwortung. «Einige Kantone brauchen noch bessere Pläne (…) Sie müssen sich noch besser aufstellen und noch besser zusammenarbeiten.»

«Zu dieser Strategie gibts keine Alternative»

Der Leiter der Covid-Task-Force des Bundes, Martin Ackermann, hält an der eingeschlagenen Strategie fest. «Zu dieser Strategie gibt es zurzeit – das ist meine Sicht – keine Alternative», sagte er der «NZZ am Sonntag» (Artikel online nicht verfügbar). Sie sei einfacher und billiger und weniger einschneidend als die flächendeckenden Massnahmen, die bei hohen Fallzahlen nötig wären. «Lassen Sie mich dafür ein Bild brauchen: Zurzeit gehen wir mit dem Skalpell gegen Corona vor. Im letzten Frühling brauchten wir dafür eine Axt», sagte Ackermann in dem Interview.

Wichtig sei, dass das Contact Tracing auch bei steigenden Infektionszahlen aufrechterhalten werden könne. Konkret heisse das, dass die Kantone jederzeit genügend Personal, auch genügend Personal in Reserve, haben müssten, betonte Ackermann. «Sonst bricht das System zusammen.»

Auch die Testkapazitäten dürften nicht an den Anschlag kommen. Es brauche jederzeit genügend Reserven. Denn «die Strategie der Schweiz beruht darauf, dass möglichst viele Personen getestet werden».

(SDA)

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