Aktualisiert 16.03.2006 16:20

Profibetrüger verurteilt

Ein Händeabdruck hat einen Profibetrüger entlarvt: Der Mann hat unter anderem im Kanton Zürich mit gefälschten Zahlungsaufträgen rund 220 000 Franken ertrogen.

Das Bezirksgericht hat ihn am Donnerstag zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt.

Der angeblich 1968 geborene Mann aus dem Kongo tauchte im August 2004 in der Region Zürich auf und eröffnete bei Poststellen unter einem falschen Namen mehrere Konti. Am rechten Zürichseeufer entwendete er dann in mehreren Gemeinden Zahlungsaufträge aus den Briefkästen.

So zum Beispiel in Küsnacht, wo er ein Couvert mit einem Zahlungsauftrag von über 132 000 Franken herausfischte. Später warf der Täter das Schreiben wieder ein. Allerdings mit einem neuen Zielkonto, das er für sich eingerichtet hatte. In den folgenden Tagen traf so von einem Dutzend Geschädigten ein Betrag von rund 220 000 Franken beim Angeklagten ein.

Die Polizei kam dem Mann auf die Spur, als sie auf einem Kontoeröffnungsformular der Post einen Händeabdruck feststellen konnte. Eine Routinekontrolle wegen eines gefälschten Ausweises im Juni 2005 führte zur Überführung, weil der Händeabdruck übereinstimmte.

Der Angeklagte beteuerte stets seine Unschuld. So machte er geltend, dass von den Behörden nicht seine Spur gefunden worden sei. Es sei wohl die Hand Gottes gewesen.

Die Staatsanwältin legte allerdings zahlreiche belastende Hinweise vor und forderte aufgrund des hohen Deliktsbetrages eine Zuchthausstrafe von dreieinhalb Jahren. Die Verteidigung verlangte aufgrund erheblicher Zweifel einen vollen Freispruch.

Das Bezirksgericht Zürich folgte den belastenden Indizien und setzte eine unbedingte Zuchthausstrafe von insgesamt zweieinhalb Jahren fest. Zudem wurde der Mann für sieben Jahre unbedingt des Landes verwiesen.

(sda)

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