18.05.2016 13:55

Täter von Rupperswil

Profiler trafen bei Thomas N. voll ins Schwarze

Männlich, 15- bis 35-jährig und aus dem näheren Umfeld der Opfer: So beschrieben Profiler den Täter von Rupperswil – und lagen damit goldrichtig.

von
ann
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Thomas N. war Trainer einer Juniorenmannschaft in der Region.

Thomas N. war Trainer einer Juniorenmannschaft in der Region.

ZVG
Sie verteidigt den Vierfachmörder von Rupperswil: Die Aargauer Rechtsanwältin Renate Senn.

Sie verteidigt den Vierfachmörder von Rupperswil: Die Aargauer Rechtsanwältin Renate Senn.

strafverteidiger.ch
Hier wohnte der Täter: Blick in den Garten des Hauses in Rupperswil AG.

Hier wohnte der Täter: Blick in den Garten des Hauses in Rupperswil AG.

Insgesamt arbeiteten 40 Beamte an der Lösung des Vierfachmordes von Rupperswil. Dabei wurden neben Profilern aus der Schweiz auch solche aus Deutschland zurate gezogen. Aufgrund der Analyse des Tatorts erstellten diese laut «Aargauer Zeitung» eine erstaunlich präzise Beschreibung des Täters: Der Täter sei ein Mann, er sei zwischen 15 und 35 Jahre alt, stamme aus dem nahen oder näheren Umfeld der Opfer, sei mit ziemlicher Sicherheit ein Einzeltäter und Geld sei nicht das Motiv.

Dieses Profil hatten Staatsanwaltschaft und Polizei bereits bei der Medienkonferenz im Februar, als die Behörden eine Belohnung von 100'000 Franken für Hinweise aussetzten. Schon damals hätten die Ermittler den Schwerpunkt auf das Profil gelegt, weiterhin aber auch alle anderen Richtungen in Betracht gezogen.

Zwei Rechtsmediziner vor Ort

Wieso man in Anbetracht dieser Tatsachen keinen Massen-DNA-Test erwog, will man bei der Aargauer Staatsanwaltschaft nicht sagen. Auch zum erstellten Profil äussert sich Sprecherin Fiona Strebel nicht. «Dazu geben wir aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskunft.» Zum Ziel hätten die Polizei «aufwendige, langwierige Kleinarbeit» geführt, sagte Kriminalpolizeichef Markus Gisin an der Medienkonferenz.

Zum Erfolg trugen auch die Rechtsmediziner des Kantonsspitals Aarau bei. Institutsleiter Daniel Eisenhart, der einer der Mediziner war, die in der Tatnacht vom 21. Dezember 2015 ausrückten, will sich zum Fall nicht äussern. Er sagt nur allgemein: «Bei einem Tötungsdelikt fahren wir in der Regel zu zweit zum Tatort. Während der eine Arzt die praktische Arbeit durchführt, dokumentiert der andere mit Kamera und Diktiergerät», sagt er zum «Tages-Anzeiger».

Tatort und Opfer werden minutiös abgesucht

Vieles laufe ab wie im Krimi am Fernsehen. So versuchen die Rechtsmediziner sofort, den Todeszeitpunkt einzugrenzen. Dazu werde eine kombinierte Methode verwendet, etwa die Beurteilung der Todesflecken und das Messen der Körpertemperatur. Auch bei in Brand gesetzten Leichen sei solch ein Abschätzen noch möglich, es werde aber unpräziser.

Parallel zur Arbeit der Ärzte würden Kriminaltechniker die Spuren sichern. Dabei würden auch die Toten minutiös abgesucht, weil beim anschliessenden Transport Beweise verloren gehen könnten. Nicht nur das Haus, auch die Umgebung werde durchkämmt – im Fall Rupperswil suchten Polizisten unter anderem auch mit Hunden die umliegenden Felder ab. Das Tatmesser konnten sie aber nicht finden.

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