Geschulte Nasen: Profischnüffler klären, wo es wirklich stinkt
Aktualisiert

Geschulte NasenProfischnüffler klären, wo es wirklich stinkt

Wie stark ist der Gestank aus Nachbars Schweinestall wirklich? Das erschnuppern Profis von der Fachhochschule Rapperswil.

von
Claudia Hoffmann
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Wie ein Schweinestall riecht, lernen ...

Wie ein Schweinestall riecht, lernen ...

Keystone/AP/Tomas Ovalle
... die Spürnasen der Fachhochschule Rapperswil im Labor.

... die Spürnasen der Fachhochschule Rapperswil im Labor.

Üble Gerüche aus Kläranlagen, Schweineställen oder Biogas-Anlagen verursachen in der Schweiz immer öfter Ärger. Der Grund: In dicht besiedelten Gegenden rücken Wohngebiete und Industrie- und Landwirtschaftszonen immer näher zusammen.

Deren Ausdünstungen stinken vielen Anwohnern – zum Teil so sehr, dass sie dagegen klagen. Doch: «Wie sehr man sich durch einen Geruch belästigt fühlt, ist subjektiv», sagt Deborah von Arx, Umweltingenieurin an der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR). Deshalb sei oft nicht klar, wie stark der Gestank tatsächlich sei.

Der richtige Riecher ist gefragt

Um das objektiv festzustellen, setzt die HSR «Profischnüffler» ein: Geschulte Probanden, die vor Ort Gerüche bewerten. «Um für die Aufgabe geeignet zu sein, darf man keine zu schlechte, aber auch keine zu empfindliche Nase haben», sagt von Arx.

Geeignete Kandidaten werden mithilfe von Riechtests im Labor ausgewählt. Danach lernen sie, bestimmte Gerüche eindeutig zuzuordnen – beispielsweise einer Kläranlage. Wie häufig und wie stark diese in einem betroffenen Gebiet zu riechen ist, protokollieren die Schnüffler auf genau definierten Rundgängen.

Maschinen sollen übernehmen

Mithilfe dieser Angaben lassen sich Rückschlüsse auf das Ausmass der Geruchsbelästigung ziehen. Sind bestimmte Grenzwerte überschritten, müssen Anlagenbetreiber den Gestank eindämmen, zum Beispiel, indem sie Abluftreinigungsanlagen einbauen.

Zukünftig will die HSR auch Geräte zur Geruchserkennung einsetzen, sogenannte elektronische Nasen. Diese müssen jedoch zunächst noch optimiert werden. Den menschlichen Profischnüfflern wird die Arbeit also so schnell nicht ausgehen.

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