Aktualisiert 09.08.2011 19:01

Geld- statt FreiheitsstrafeProfisportler verurteilt

Sie küssten sich und schlugen sich. Das Obergericht hat einen nigerianischen Profi-Fussballer aus Glattbrugg zu einer bedingten Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Eigentlich hätte das Obergericht das Urteil bereits am vergangenen 7. Juli öffentlich betraten. Da der heute 30-jährige Angeklagte aus Glattbrugg jedoch nicht erschienen war, kam es zu einem schriftlichen Verfahren. Darin haben die Oberrichter in dem nun eröffneten Entscheid den Profifussballer wegen Freiheitsberaubung, mehrfacher Körperverletzung, mehrfacher Drohung sowie Nötigung zu einer bedingten Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt. Damit hat das Obergericht ein erstes Urteil des Bezirksgerichts Zürich in den meisten Punkten bestätigt. Allerdings hatten die Bezirksrichter noch eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung festgelegt.

Verrückte Liebe

Der Gerichtsfall ging auf eine verrückte Liebe zwischen dem 1.Liga-Spieler und seiner um zwei Jahre älteren Schweizer Freundin zurück. Die beiden hatten sich im Sommer 2004 verliebt. Doch schon bald war die Beziehung von Gewalt und Eifersucht geprägt. Bereits nach wenigen Monaten schlug der Beschuldigte seiner Partnerin neben einem Fussballfeld ins Gesicht. Grund der Attacke: Die Geschädigte hatte nach einem Spiel ihren Freund an der Seite einer anderen Frau erwischt.

Immer wieder Uebergriffe

Die Anklageschrift schilderte zahlreiche weitere Vorfälle und Übergriffe, die erst im Februar 2008 mit der Verhaftung des kontrollsüchtigen Westafrikaners ein Ende fanden. Er hatte während einer Busfahrt nach Kloten seine Freundin offen mit dem Tode bedroht. Worauf sie die Freundschaft aufkündigte und die Polizei aufsuchte. Zuvor hatte die selbstbewusste und intelligente Schweizerin ihrem Freund über mehrere Jahre immer wieder verziehen. Obwohl er sie laut Anklage nicht nur wiederholt körperlich attackierte, sondern auch in einem Fall mit seinem Auto entführte. Um einen angeblichen Liebhaber der Geschädigten ausfindig zu machen.

Der Geschädigten geglaubt

Bereits am Bezirksgericht Zürich hatte der Angeklagte vergeblich seine Unschuld beteuert, von einer Racheaktion gesprochen und einen vollen Freispruch gefordert. Auch das Obergericht glaubte in weiten Teilen den belastenden Darstellungen der Frau, die nun ein zweites Mal den Gerichtssaal trotz einigen Freisprüchen in Nebenpunkten als Siegerin verlassen konnte. Der Angeklagte wurde dabei verpflichtet, seiner Ex-Freundin eine Genugtuung von 1500 Franken zu bezahlen. Zudem eine Prozessentschädigung von rund 4000 Franken.

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