Staad SG - Profitaucher filmen abgestürztes Kleinflugzeug in 90 Meter Tiefe
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Staad SGProfitaucher filmen abgestürztes Kleinflugzeug in 90 Meter Tiefe

Im Bodensee liegt seit Mitte Februar ein verunglücktes Kleinflugzeug. Profitaucher Martin Wassmer und Sven Borchert konnten kürzlich das Wrack unter Wasser dokumentieren. In der Kabine lagen noch Aktentaschen.

von
Adriel Monostori
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Zwei Taucher aus Dozwil TG fanden kürzlich das abgestürzte Flugzeug bei Staad im Bodensee.

Zwei Taucher aus Dozwil TG fanden kürzlich das abgestürzte Flugzeug bei Staad im Bodensee.

Sven Borchert
Es war im Februar 2021 beim Anflug an den Flughafen St. Gallen-Altenrhein abgestürzt.

Es war im Februar 2021 beim Anflug an den Flughafen St. Gallen-Altenrhein abgestürzt.

Sven Borchert
Da das Flugzeug noch nicht geborgen werden konnte, sei es naheliegend gewesen, den Tauchgang zu machen, so die Profitaucher.

Da das Flugzeug noch nicht geborgen werden konnte, sei es naheliegend gewesen, den Tauchgang zu machen, so die Profitaucher.

Sven Borchert

Darum gehts

  • Zwei Profitaucher aus Dozwil TG suchten kürzlich nach einem Flugzeugwrack im Bodensee.

  • Sie fanden das abgestürzte Flugzeug bei Staad in rund 90 Meter Tiefe und fotografierten es.

  • Für die Taucher ist der Anblick überwältigend gewesen.

  • Die Polizei hat keine Bedenken, da die Taucher nichts entfernt oder angefasst haben.

Rund 90 Meter tief im Bodensee liegt das Wrack eines Kleinflugzeuges, das beim Anflug an den Flughafen St. Gallen-Altenrhein Mitte Februar abgestürzt ist. Geborgen wurde es bisher nicht. Ein erster Versuch scheiterte, ein zweiter soll noch folgen. Die beiden Profitaucher Martin Wassmer und Sven Borchert aus Dozwil TG machten sich kürzlich auf die Suche nach der Maschine. «Der Tauchgang war naheliegend. Wenn schon im Bodensee einmal ein Flugzeug abstürzt, dann machen wir das natürlich», sagt Wassmer zum «St. Galler Tagblatt».

Die Filmaufnahmen aus der Tiefe beim Wrack.

Sven Borchert

Vom Boot aus konnten die beiden Taucher mit zwei weiteren Personen das Flugzeug mittels eines kleinen Sonargeräts orten. «Wir setzten den Anker und tauchten ab», sagt Borchert zu 20 Minuten. Am Anker brachten sie ein Seil an, damit sie sich in der Tiefe orientieren können. «Man sieht nicht viel dort unten. Doch das Flugzeug fanden wir relativ schnell», sagt er. Mit den speziellen CCR-Geräten, welche den Sauerstoff aus der ausgeatmeten Luft wiederverwerten, konnten sie rund 140 Minuten unter Wasser bleiben, davon 35 Minuten beim im Schlamm steckenden Flugzeugwrack. Die meiste Zeit habe man für das Auftauchen gebraucht, so der Taucher aus Dozwil.

Vom Anblick überwältigt

Die beiden Taucher haben erwartet, dass sie das Wrack finden. «Wir haben uns trotzdem sehr gefreut, dass wir es sehen konnten. Der Anblick war überwältigend», sagt Borchert. Speziell aufgefallen sei ihnen, dass das Flugzeug mit der Nase im Schlamm steckt. «Wir fanden das speziell, weil man sonst immer gewohnt ist, dass ein Flugzeug auf dem Bauch liegt. So wie, wenn es fliegt oder auf einem Platz steht», so der Taucher. Überrascht habe sie auch, dass im Flugzeug noch Aktentaschen lagen.

Dass sich die Profitaucher beim Flugzeugwrack befanden, sei aus polizeilicher Hinsicht nicht bedenklich, so Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Er führt aus: «Sie haben nichts entfernt und auch nichts angerührt. Das ist wichtig für die Spurensicherung.» Schneider weist darauf hin, dass es sich bei dieser Tiefe von rund 90 Metern, um ein Profigebiet handelt. «Hier kann kein Möchtegerntaucher runtergehen. Hier muss man ganz genau wissen, was man macht und muss sich der Gefahren bewusst sein.»

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