Sexismus: Promi-Frauen lassen sich nicht mehr alles gefallen
Publiziert

SexismusPromi-Frauen lassen sich nicht mehr alles gefallen

Weibliche Stars nehmen sexistische Fragen in Interviews nicht mehr einfach so hin. Viele wehren sich – und fahren gut damit.

von
ink

Ariana Grande findet sexistische Kommentare voll daneben. Und das sagt sie auch. (Quelle: Youtube/Luqman H)

Wenn Stars ihre persönliche Meinung kundtaten, war das für ihre PR-Berater oft ein kleiner Schockmoment. Wie soll man bloss anständige Publicity erzeugen, wenn der Kunde plötzlich auch noch Ideale und Ansichten hat? Heute ist das anders – vor allem bei weiblichen Promis. Die nehmen ihre Öffentlichkeitsarbeit neuerdings nämlich selbst in die Hand und schrecken nicht davor zurück zu sagen, was ihnen nicht passt.

Zuletzt etwa Ariana Grande in einem Radio-Interview. Auf die Frage, ob sie eher auf Make-up oder ihr Handy verzichten könnte, antwortete die Sängerin entrüstet: «Glaubt ihr wirklich, das sind die Dinge, zwischen denen sich eine Frau nicht entscheiden kann?» Sexismus erkannt, Gefahr gebannt. Ariana Grande hat ihre Meinung gesagt und spricht so vielen jungen Frauen aus dem Herzen. Und schon hat jeder das Donut-Video vergessen, das der 22-Jährigen vor kurzem noch viel Kritik eingebracht hat.

Format statt Fassade

Eine eigene Meinung zu haben, zahlt sich plötzlich aus. Vorbei sind die Zeiten, als man als Frau im Rampenlicht sexistische Fragen einfach weglächelte, weil der PR-Berater im Hintergrund energisch den Kopf schüttelte. Schluss mit dem perfekten Leben, das einem als Fan vorgegaukelt wird. Prominente sind heutzutage ungewohnt offen. Angelina Jolie redet ungeniert über ihre Angst vor Krebs. Jennifer Lawrence steht dazu, ein ewiger Tollpatsch zu sein, der auch nach Jahren im Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich immer noch auf die Schnauze fällt.

Und während sich Scarlett Johansson bei den Golden Globes 2006 noch gefallen lassen musste, dass ein Reporter ihr ungefragt an die Brüste fasste, sieht die Sache heute anders aus. Auf die Frage, ob sie unter dem Black-Widow-Outfit in «The Avengers» Unterwäsche getragen habe, entgegnet die Schauspielerin: «Was ist denn das bitte für eine Frage?» Und schon sieht die Welt Scarlett Johansson nicht mehr nur als heisse Sexbombe, sondern als Frau mit Meinung und Format. Und das wertet jedes PR-Image gleich mit auf.

Deine Meinung