Die Fifa mobilisiert: Promiauflauf in Zürich
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Die Fifa mobilisiertPromiauflauf in Zürich

Die Vergabe der Fussball-WM 2018 und 2022 ist hochbrisant. Deshalb schicken die Bewerber ihre besten Kräfte nach Zürich: Cristiano Ronaldo, Iker Casillas und David Beckham kommen ebenso wie David Cameron, Bill Clinton und Wladimir Putin.

von
Stefan Wyss

In Zürich glitzern in diesen Tagen nicht nur die Lichter der Weihnachtsbeleuchtungen. Auch der Glamour der Prominenz aus Sport, Politik und Showbusiness verzaubert die Stadt. Lady Gaga war da, zuletzt auch Take That.

Doch die Aufgebote der Delegationen der Bewerber der WM-Endrunden 2018 und 2022 stellen dies in den Schatten. Von David Cameron bis Wladimir Putin, von Prinz William bis Scheich Mohammed Bin Hammad Bin Khalifa Al-Thani und von David Beckham bis Cristiano Ronaldo sind sie alle in Zürich.

Für die Tourismus-Branche an der Limmat ist dies wie Weihnachten und Ostern zusammen, kaum hat die Adventszeit begonnen. «In Zürich sind alle Luxushotels ausgebucht», schreibt der «Tages-Anzeiger». Das kommt der Wahrheit in diesen tristen und touristisch wenig attraktiven Spätherbsttagen wohl nahe.

Auskünfte geben die Hotels keine. Doch die Zürcher Tageszeitung will herausgefunden haben, dass Ex-US-Präsident Bill Clinton, der zusammen mit Schauspieler Morgan Freeman für die amerikanische WM-Kandidatur lobbyiert, im Hotel «Baur au Lac» logieren soll.

Das Nobelhaus zwischen Bahnhofstrasse, Seebecken und Schanzengraben reibt sich die Hände. Denn die englische Zeitung «Daily Mail» schreibt, dass auch der russische Ministerpräsident Wladimir Putin und der britische Premierminister David Cameron Mitte Woche im Baur au Lac wohnen. Die 'Nacht der langen Messer' findet für einmal nicht im Bundeshaus statt, sondern in den Hallen des vor zwei Jahren renovierten Klassik-Baus.

Auch Spanien, das zusammen mit Portugal für die WM 2018 kandidiert, dürfte mit seinem höchsten Politiker ins Zürcher Rennen steigen. Regierungschef José Luis Zapatero hat sich angekündigt. Sein Glamourfaktor wird jedoch übertroffen von anderen «Botschaftern» der iberischen Kandidatur. Am Mittwoch treffen die Real-Stars Iker Casillas und Cristiano Ronaldo in Zürich ein. Ein Weltmeister und der grösste Fussball-Popstar der Gegenwart. Sie hoffen, drei Tage nach dem 0:5 im «Clásico» gegen den FC Barcelona wenigstens auf sportpolitischem Parkett keine Demütigung zu erleiden.

Einer ihrer Gegenspieler in Zürich ist David Beckham, der für die englische Kandidatur wirbt. Der Superstar flog am Dienstag mit der englischen Delegation mit einem (fast) profanen Linienflug von British Airways in die Schweiz. Ein wenig besonders ist das Flugzeug trotzdem: es ist geschmückt mit Unterschriften von Hunderten von Menschen, welche der englischen Kandidatur ihre moralische Unterstützung zusicherten.

Dass Beckham und Co. mit einem Linienflug anreisten, freut auch den Flughafen Zürich. «Im Gegensatz zum WEF reisen für den FIFA- Kongress viele Leute nicht im Privatjet an. Deshalb verursacht er keinen besonderen Aufwand», sagte Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling. Wie gross der gesamte personelle und finanzielle Aufwand der Polizei für die Sicherheit ist, wird nicht kommuniziert. Involviert sind Stadt- und Kantonspolizei Zürich, bezahlt werden die Kosten allerdings vom Bund.

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