Promillesenkung nutzlos
Aktualisiert

Promillesenkung nutzlos

Die Abschreckung zeigt kaum Wirkung: Jedenfalls im Kanton Luzern. Dort hat die Zahl der Verkehrstoten trotz der im Jahr 2005 eingeführten 0,5-Promillegrenze zugenommen.

In Stadt und Kanton Luzern sind letztes Jahr 19 (2005: 13) Personen im Strassenverkehr ums Leben gekommen. Vor allem eine rasante Fahrweise und der Alkoholkonsum führten zu vielen schweren Unfällen. Die Wirkung der Promillesenkung scheint nachzulassen.

Die Kantonspolizei und die Stadtpolizei haben am Dienstag ihre Verkehrsstatistik vorgelegt. Demnach nahm in der Stadt die Zahl der Strassentoten von 4 auf 1 ab. In der Landschaft verdoppelte sich die Zahl der Toten von 9 auf 18.

Die wichtigsten Unfallursachen mit den schlimmsten Folgen waren übersetzte Geschwindigkeit und Alkohol. Die Zahl der Toten durch Unfälle, bei denen ein zu hohes Tempo im Spiel war, nahm von 5 auf 9 zu, beim Alkohol von 1 auf 4.

Immerhin: Insgesamt verzeichneten die beiden Polizeikorps 2731 Verkehrsunfälle, klar weniger als im Vorjahr, und dies, obwohl mehr Autos immatrikuliert waren. Auch die Zahl der Verletzten war rückläufig.

Bei den Unfällen mit zu hoher Geschwindigkeit sassen oft junge Lenker am Steuer. Mehr als die Hälfte der Unfälle wurden durch Personen im Alter von 18 bis 29 Jahren verursacht, und zwar vor allem nachts und an Wochenenden.

Beim Alkohol scheint nach Erkenntnissen der Polizei die abschreckende Wirkung der Promillegrenze abzunehmen. Die Zahl der alkohol- und drogenbedingten Unfälle nahm von 158 auf 194 zu. Der Anstieg war bei stark alkoholisierten Lenkern (über 0,8 Promille) am grössten. Der Grenzwert liegt seit 2005 bei 0,5 Promille. (sda)

Deine Meinung