Glasgow (UK) – Prominente Gäste wie Jeff Bezos reisen mit Privatjets zum Klimagipfel
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Glasgow (UK)Prominente Gäste wie Jeff Bezos reisen mit Privatjets zum Klimagipfel

In Glasgow wird seit Sonntag unter anderem diskutiert, dass man den CO2-Ausstoss weltweit reduzieren muss. Dass zahlreiche Teilnehmer in Privatjets anrauschen, stösst vielen sauer auf.

von
Angela Rosser
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Jeff Bezos (57) hält selber immer wieder Vorträge über den Klimawandel und wie die Umwelt zu schützen sei.

Jeff Bezos (57) hält selber immer wieder Vorträge über den Klimawandel und wie die Umwelt zu schützen sei.

AFP
An die Klimakonferenz in Glasgow reist der Unternehmer selber luxuriös und im Privatjet. Etliche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik tun es ihm gleich.

An die Klimakonferenz in Glasgow reist der Unternehmer selber luxuriös und im Privatjet. Etliche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik tun es ihm gleich.

AFP
Rund 400 Privatjets werden über die nächsten Tage erwartet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel reist im privaten Flugzeug.

Rund 400 Privatjets werden über die nächsten Tage erwartet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel reist im privaten Flugzeug.

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Darum gehts

  • In Glasgow findet während zwölf Tagen die Klimakonferenz COP26 statt.

  • An der Konferenz geht es um Themen wie den Kohleausstieg, beschleunigte Massnahmen für den Klimaschutz sowie eine Umstellung auf E-Mobilität.

  • Für die Teilnehmenden an der Konferenz scheint dies nicht zu gelten. Es werden rund 400 Privatjets über die nächsten Tage erwartet.

Während sich Aktivistinnen und Aktivisten dafür einsetzen, dass weniger geflogen und weniger Fleisch gegessen wird, scheint dies für die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der Vereinten Nationen nicht zu gelten. Prominente aus Wirtschaft und Politik reisen die Tage mit Dutzenden, gar Hunderten Privatfliegern an, obschon die Strecke auch von kommerziellen Flugzeugen geflogen werde, schreibt «Daily Mail».

Allein am Sonntag konnten mindestens 52 Privatjets bei der Landung in Glasgow gesichtet werden. Die geschätzte Gesamtzahl privater Flüge in den nächsten Tagen wird auf 400 geschätzt. Insgesamt beträgt die geschätzte Menge an Kohlendioxid, die so ausgestossen werden wird, etwa 13’000 Tonnen. Das ist mehr als der Pro-Kopf-Verbrauch von 1600 Menschen in Grossbritannien. Zu den Privatfliegern zählt auch Amazon-Gründer Jeff Bezos. Der 57-Jährige reiste mit seinem knapp 60 Millionen Franken teuren Privatjet an. Besonders stossend für viele Klimaaktivistinnen und -aktivisten daran ist, dass Bezos regelmässig selber Vorträge zum Thema Klimawandel hält und Menschen dazu ermahnt, dem Planeten Sorge zu tragen.

Vier Flugzeuge, Hubschrauber und Autokonvoi

Auch Prinz Charles reiste laut Daily Mail in einem privaten Flugzeug von Rom nach Glasgow. Er setze sich für eine Umstellung auf nachhaltigen Treibstoff für Flugzeuge ein und, wo immer es möglich sei, sollte auch dieser verwendet werden, heisst es. Auch US-Präsident Joe Biden, Bundeskanzlerin Merkel und Emmanuel Macron aus Frankreich reisten nicht auf kommerziellem Wege. Am teuersten kommt die Umwelt wohl die Anreise von Präsident Joe Biden zu stehen. Neben vier Flugzeugen, einem Hubschrauber und dem Cadillac «The Beast» umfasst die Flotte seiner Anreise auch mehrere Geländewagen. Beinahe 1000 Tonnen CO2 gehen auf das Konto des amtierenden Präsidenten der USA – für die Anreise an die grösste Klimakonferenz seit sechs Jahren.

Emissionen werden ausgeglichen

Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson war am Sonntagabend vom G20-Gipfel in Rom mit einer gecharterten Airbus-Maschine nach Glasgow geflogen. Ein Charterflug ist ein Bedarfsflug, der ergänzend zu Linienflügen angeboten werden kann. Das selbe Flugzeug werde ihn am Dienstag zurück nach London bringen, erklärte sein Büro. «Der Kraftstoff, den wir verwenden, ist nachhaltig und die Emissionen werden auch ausgeglichen», sagte sein Sprecher gegenüber der Deutschen Presse Agentur.

Johnson hatte in seiner Rede bei der COP26 zuvor gefordert, «den Klimawandel wirklich ernst zu nehmen». Wenn die Staats- und Regierungschefs diese Gelegenheit nun verpassten, würden zukünftige Generationen ihnen das nicht verzeihen.

Die zweiwöchige COP26 hatte am Sonntag begonnen. Verhandelt wird bis zum 12. November über die weitere Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015. Darin hatte sich die internationale Gemeinschaft darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, idealerweise 1,5 Grad, im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

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(DPA)

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