Promis wollen Atomkraft-Werk kaufen
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Promis wollen Atomkraft-Werk kaufen

Zu den «Kaufinteressenten», die die Anlage freilich verschrotten wollen, gehören unter anderem der Liedermacher Konstantin Wecker und der «Tatort»-Kommissar Peter Sodann.

In Deutschland wollen Politiker aus der rot- grünen Koalition und Prominente die Hanauer Plutoniumfabrik kaufen. Damit soll ein Export der Anlage nach China verhindert werden.

Die von den Internationalen Ärzten gegen den Atomkrieg (IPPNW) gestartete Initiative «Wir kaufen Hanau» bot dem Siemens-Konzern am Donnerstag nach eigenen Angaben 50 Millionen und 1 Euro für die Anlage an. China will die umstrittene Fabrik, die in Deutschland nie in Betrieb gegangen ist, für 50 Millionen Euro kaufen.

Zu den «Kaufinteressenten», die die Anlage freilich verschrotten wollen, gehören unter anderem die Abgeordneten Hermann Scheer (SPD) und Christian Ströbele (Grüne), die SPD-Linke Andreas Nahles, der Liedermacher Konstantin Wecker, der Schauspieler Peter Sodann und der Schriftsteller Erich Loest.

«Wir wissen nicht, was China mit der Apparatur machen wird. Auf irgendwelche Garantien gebe ich gar nichts», sagte Loest. Scheer forderte, die Zusammenarbeit mit China müsse sich auf die Mobilisierung erneuerbarer Energien konzentrieren.

Der als «Tatort»-Kommissar bekannt gewordene Sodann warf der deutschen Regierung Doppelzüngigkeit vor: einerseits steige sie aus der Atomenergie aus, andererseits verkaufe sie Atomanlagen nach China. Die auch von Greenpeace unterstützte Initiative sucht noch weitere Mitstreiter.

Entscheid steht bevor

Vertreter von SPD und Grünen wollen nach Angaben aus Koalitionskreisen in der kommenden Woche über den möglichen Export der Hanauer Anlage beraten. Die Regierung geht nach den Worten des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Gernot Erler davon aus, dass China die Bedingungen für einen Export der Fabrik erfüllen wird.

Dazu gehöre die verbindliche Zusage, dass die Anlage nicht für militärische Zwecke genutzt werde. Ausserdem müsse Land Kontrollen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zustimmen.

(sda)

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