Prostituierte soll zum offiziellen Beruf werden
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Prostituierte soll zum offiziellen Beruf werden

Die Solothurner Jungfreisinnigen wollen Prostituierte aus der gesellschaftlichen Tabuzone holen – mit der Aufnahme des «stillen Gewerbes» ins eidgenössische Berufsverzeichnis.

«Prostituierte führen heute ein Schattendasein», stellen die Jungfreisinnigen in ihrer Motion fest. Sie fordern die Aufnahme der Prostituierten ins eidgenössische Berufsregister. Die Solothurner Regierung soll eine entsprechende Standesinitiative ausarbeiten. Solothurn ist beim Sexgewerbe beliebt: Bald soll in Recherswil das grösste Schweizer Puff aufgehen.

«Ein angetrunkener Zuhälter im Bahnhofsbuffet Olten brachte mich auf die Idee», erzählt Fabio Rüegsegger (22), der geistige Vater der Motion. Er hofft zu erreichen, dass der Staat zum «legalen Konkurrenten der Menschenhändler wird.» Bei einer Ablehnung in Solothurn wird Nationalrätin Christa Markwalder (FDP) auf nationaler Ebene nachstossen: «Die Berufsanerkennung verbessert die Rechtsstellung der Prostituierten», ist Markwalder überzeugt.

«Der Vorstoss ist zu wenig seriös abgeklärt», kritisiert aber Jacqueline Suter von der Berner Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen Xenia. Eine berufliche Anerkennung sei zwar gut, eine Registrierung berge aber auch Gefahren: «Illegale Frauen würden noch mehr ausgegrenzt.»

Denise Schneitter

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