Aktualisiert 05.06.2014 15:01

Genf

Prostituierten-Mörder hat sich doch nicht gestellt

Der in Genf geflohene Prostituierten-Mörder hat sich entgegen anderslautender Meldungen nicht gestellt. Laut seinem Anwalt fehlt von ihm weiter jede Spur.

Der verurteilte Mörder hat sich entgegen der Meldung von welschen Newsportalen nicht in Frankreich der Polizei gestellt.

Der verurteilte Mörder hat sich entgegen der Meldung von welschen Newsportalen nicht in Frankreich der Polizei gestellt.

Der in Genf geflohene Prostituierten-Mörder hat sich doch nicht gestellt. Welsche Newsportale hatten am Mittwochnachmittag fälschlicherweise berichtet, der Mann habe sich freiwillig bei der französischen Polizei eingefunden. Diese Meldung hatte 20 Minuten übernommen. Anwalt Vincent Spira dementiert: Von seinem Mandanten gebe es noch immer keine Nachrichten.

Der verurteilte Mörder befindet sich seit Sonntag auf der Flucht. Er wird per internationalen Haftbefehl gesucht. Die Mordkommission sei mit dem Fall betraut, sagte die Chefin der Genfer Kantonspolizei, Monica Bonfanti, am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Der Flüchtige werde inzwischen auch im Ausland gesucht. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniere sehr gut, versicherte der Einsatzleiter der Genfer Polizei, Christian Cudré-Maudoux.

Der Mann war nach Ende seines zweitägigen Urlaubs nicht mehr in La Pâquerette des Champs aufgetaucht, einer Genfer Institution für Halbgefangene. Dies berichtet die welsche Zeitung «Tribune de Genève».

Der Franzose war 2005 wegen Mordes zu einer Haft von 15 Jahren verurteilt worden. Erst vor kurzem hatte er einen Antrag auf frühzeitige Entlassung gestellt, der am 23. März aber abgelehnt wurde. Die Flucht sei wohl die Reaktion darauf, vermutet sein Anwalt Vincent Spira. Diese sei unüberlegt, aber wohl aus einem «unbändigen Bedürfnis nach Freiheit», sagte Spira.

Brief an seine Mutter

Der Mann habe seiner Mutter einen Brief hinterlassen, bezieht sich «Le Temps» auf den Anwalt. In dem Schreiben kündigt er seine Flucht an und erklärt: «Ich kann nicht mehr. Ich brauche Luft, vier bis fünf Tage Freiheit.» Weiter verspricht er, sich der französischen Polizei zu stellen und sich während seiner Flucht «gut zu benehmen».

In der Einrichtung La Pâquerette des Champs werden die Häftlinge auf ihre Rückkehr in die Gesellschaft vorbereitet. Sie ist nicht zu verwechseln mit La Pâquerette, in der die Sozialtherapeutin Adeline M. gearbeitet hatte und die im September 2013 von dem verurteilten Vergewaltiger Fabrice Anthamatten getötet wurde. (sda)

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