«Orgie der Gewalt» in Rotterdam (NL) – Demonstration eskaliert, Polizei feuert Schüsse ab, mehrere Verletzte
Aktualisiert

«Orgie der Gewalt» in Rotterdam (NL)Demonstration eskaliert, Polizei feuert Schüsse ab, mehrere Verletzte

Menschen protestieren auf den Strassen Rotterdams gegen die geplanten Corona-Massnahmen. Der Protest gerät ausser Kontrolle. Autos brennen und die Polizei setzt Wasserwerfer ein.

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Demonstrierende stecken Autos in Brand. Der Protest in Rotterdam eskaliert.

Demonstrierende stecken Autos in Brand. Der Protest in Rotterdam eskaliert.

Killian Lindenburg/ANP/dpa
Es wird von Verletzten und brennenden Polizeiautos berichtet.

Es wird von Verletzten und brennenden Polizeiautos berichtet.

AFP
Auch Polizeiautos waren Zielscheibe.

Auch Polizeiautos waren Zielscheibe.

REUTERS

Darum gehts

  • In den Niederlanden gilt ein erneuter Teil-Lockdown.

  • Am Freitagabend gehen Hunderte auf die Strasse und demonstrieren gegen die Corona-Massnahmen.

  • Der Protest eskaliert und die Polizei gibt Warnschüsse ab.

  • Mehrere Menschen werden verletzt.

Bei schweren Ausschreitungen in Rotterdam bei einer Kundgebung gegen die Corona-Massnahmen hat es nach Schüssen der Polizei sieben Verletzte gegeben. Später hiess es, auch in den Reihen der Polizei seien Beamte und Beamtinnen verletzt worden. Beamte und Beamtinnen hatten mehrere Warnschüsse und weitere Schüsse abgegeben.

Hunderte Menschen nahmen an der nicht angemeldeten Demonstration teil. Auf Trottoirs und Strassen wurden Brände gelegt, Polizeiautos in Brand gesteckt und weitere beschädigt sowie Polizisten und Polizistinnen und Feuerwehrleute mit Gegenständen beworfen. Auf Bildern des Senders NOS waren lodernde Flammen zu sehen, Stühle wurden geworfen und Müllcontainer auf die Strasse geschoben. Ein Streifenwagen stand lichterloh in Flammen. Zurück blieb eine Spur der Verwüstung. Politiker und Politikerinnen äusserten sich auf Twitter schockiert über das Ausmass der Gewalt.

Mit einem Grossaufgebot versuchte die Polizei nach eigenen Angaben, wieder Ordnung zu schaffen. Dabei kamen auch die Bereitschaftspolizei und ein Wasserwerfer zum Einsatz, Polizeieinheiten aus dem ganzen Land wurden in der Hafenstadt zusammengezogen. Ein Hubschrauber war über den von Rauchschwaden durchzogenen Strassen zu hören. «Ein maximaler Einsatz der Polizei ist möglich, um die Ordnung so schnell wie möglich wieder herzustellen», teilte die Polizei gegen Mitternacht mit.

Der Rotterdamer Bürgermeister Ahmed Aboutaleb beschrieb die Krawalle vor Reportern und Reporterinnen als eine «Orgie der Gewalt». «Die Polizei hat die Notwendigkeit gesehen, letztendlich eine Polizeiwaffe zu ziehen, um sich zu verteidigen.» Der Bürgermeister erliess zudem eine Notverordnung, um Menschen den Aufenthalt am Ort der Krawalle sowie im Hauptbahnhof und einer anderen Station zu verbieten. Der Zugverkehr von und nach Rotterdam sei wegen der Krawalle eingestellt worden, teilten die Niederländischen Eisenbahnen mit. Am frühen Samstagmorgen wurde der Verkehr dann wieder aufgenommen.

Protest gegen Teil-Lockdown

In den Niederlanden gilt seit dem vergangenen Wochenende wieder ein Teil-Lockdown. Betroffen sind Gastronomie, Geschäfte und Sportaktivitäten, grössere Veranstaltungen wurden abgesagt. Die Bürger und Bürgerinnen dürfen sich nur mit maximal vier weiteren Menschen in ihren Wohnungen treffen, Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sollen möglichst im Homeoffice arbeiten.

Niederlande wieder Hochrisikogebiet

Die deutsche Bundesregierung und das Robert-Koch-Institut (RKI) haben die Niederlande wieder als Hochrisikogebiet erklärt. Wer ab Sonntag aus dem Nachbarland nach Deutschland einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss sich zehn Tage lang isolieren. Die Quarantäne kann frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test beendet werden.

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(AFP/DPA/roa/roy)

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