«Fäkal-Dschihad»: Protest gegen Buchladen wegen Anti-Islam-Autor
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«Fäkal-Dschihad»Protest gegen Buchladen wegen Anti-Islam-Autor

Ein Buchladen in Bern verkauft Werke eines umstrittenen deutschen Verlags. Linksaktivisten prangern insbesondere den Autoren Udo Ulfkotte an.

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Autor Udo Ulfkotte anfangs Jahr bei einer Pegida-Demo.

Autor Udo Ulfkotte anfangs Jahr bei einer Pegida-Demo.

Ein Werk des rechtspopulistischen deutschen Autors Udo Ulfkotte liegt in einer Berner Filiale des Buchhändlers Thalia auf. Der ehemalige FAZ-Journalist hatte im Jahr 2011 Schlagzeilen gemacht, als er behauptete, dass «orientalische Erntehelfer» ihre Notdurft in Erdbeerfeldern verrichten und damit Ehec-Bakterien verbreiten würden, um Konsumenten zu schaden. Ulfkotte sprach von einem «Fäkalien-Dschihad».

«Rückwärtsgewandte Ideologien»

Dass Ulfkottes neustes Buch «Gekaufte Journalisten – Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken» nun in Bern verkauft wird, stösst Linksaktivisten der Autonomen Gruppe Bern sauer auf: «Das offene Angebot mitten in Bern suggeriert, das der Konsum des Verlags, des Autors und die Verbreitung der Inhalte bedenkenlos seien.» Man wehre sich gegen die «schleichende Verbreitung» solcher Literatur, da sie sich durch «Hetze und rückwärtsgewandte Ideologien» auszeichne. Die Aktivisten fordern einen Verkaufsstopp.

«Meinungsfreiheit und keine Zensur»

Beim Buchhändler Thalia reagiert man auf die Kritik: «Natürlich sind wir uns darüber bewusst, dass diese Bücher aufgrund ihres Inhalts sehr umstritten sind. Wir nehmen jedoch keine Zensur vor oder schliessen Bücher aufgrund ihrer Inhalte aus unserem Sortiment aus.» Das Unternehmen Orell Füssli Thalia stehe für Meinungsfreiheit und daher sei generell jedes lieferbare Buch – sofern legal – erhältlich.

Im Thalia-Webshop werden 24 Werke des Autors Udo Ulfkotte vertrieben – unter anderem Bücher mit Titeln wie «Albtraum Zuwanderung» oder «SOS Abendland – die schleichende Islamisierung Europas». Udo Ulfkotte beschäftigt sich in seinen Texten neben dem Islam mehrheitlich mit Verschwörungstheorien und trat Ende 2014 an einer Pegida-Demonstration auf.

Dass man die Werke verkaufe, heisse nicht, dass man diese inhaltlich befürworte, teilt das Unternehmen Thalia mit: «Wir bedauern selbstverständlich sehr, wenn sich Menschen durch Äusserungen in einem Medium verletzt fühlen.»

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