Protest gegen Film über Sex und Korruption
Aktualisiert

Protest gegen Film über Sex und Korruption

Homosexualität, Drogenkonsum, Polizeiwillkür, Sex ausserhalb der Ehe, korrupte Politiker und muslimische Fanatiker in einem ägyptischen Kinofilm - das ist zuviel für gewisse Politiker.

In Kairo machen Parlamentarier gegen den erfolgreichsten ägyptischen Kinofilm seit Jahrzehnten mobil. «Das Yacoubian Gebäude» zeigt Homosexualität, Drogenkonsum, Polizeiwillkür, Sex ausserhalb der Ehe, korrupte Politiker und muslimische Fanatiker.

Der Film sei eine «Beleidigung für alle Ägypter», erklärten die Abgeordneten am Montag in Kairo. Wortführer sind die Vertreter der Muslimbruderschaft.

Der Film des jungen Regisseurs Marwan Hamed basiert auf dem gleichnamigen Roman des Kairoer Zahnarztes Alaa al-Aswani. Im Februar war er auf der Berlinale gezeigt worden.

In den ersten zwei Wochen hat er bereits acht Millionen ägyptische Pfund (rund 1,7 Mio. Franken) eingespielt, was bedeutet, dass bereits rund 800 000 Menschen den Film angeschaut haben - für ägyptische Verhältnisse ein Rekord.

«Das Yacoubian Gebäude» ist auch wegen des grossen Starangebots so erfolgreich. Mit Adel Imam, Jussra und Nur al-Scharif stehen drei Veteranen des ägyptischen Kinos gemeinsam vor der Kamera. Er ist nur für Zuschauer ab 18 Jahren zugelassen.

Im Juni hatten Proteste von Politikern dafür gesorgt, dass der Hollywood-Film «The Da Vinci Code - Sakrileg» in Ägypten verboten wurde. Dieser war unter anderem von der koptischen Kirche Ägyptens abgelehnt worden.

(sda)

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