Aktualisiert 05.07.2012 21:20

LuzernProtest gegen Landverkauf brachte nichts

Der Grossstadtrat will die Industriestrasse verkaufen. Im Vorfeld der Sitzung wurde diese symbolisch versteigert.

von
Gianni Walther
Kreativer Protest: Die Demonstranten führten ein Theater mit «Versteigerung» auf.

Kreativer Protest: Die Demonstranten führten ein Theater mit «Versteigerung» auf.

Bewohner des Industriestrasse-Areals haben sich am Donnerstag vor ­Beginn der Sitzung des Grossen Stadtrates gegen den Verkauf der Industriestrasse gewehrt – und diese als Protest symbolisch versteigert. Zudem brachten sie weitere Gebäude der Stadt Luzern wie das Rathaus, das KKL oder den Wasserturm unter den Hammer. Viele vorbeigehende Parlamentarier hielten kurz inne – einige schmunzelten, andere schüttelten den Kopf.

Geholfen hat der Protest nichts – der Grosse Stadtrat folgte in seiner Debatte dem Votum des Stadtrates und hiess den Verkauf des Industriestrasse-Areals an die Allreal Generalunternehmung für 17,2 Mio. Franken mit 29 gegen 14 Stimmen gut. «Die Leute wussten, dass es um eine Zwischennutzung geht und dass sie nicht ewig dort bleiben können», so SVP-Grossstadtrat Joseph Schärli.

Volk entscheidet an der Urne

«Wenn das Areal nicht verkauft wird, besteht die Gefahr, dass Luzern von Investoren links liegen gelassen wird», sagt András Özvegyi von der GLP. SP-Fraktionschef Dominik Durrer wehrte sich: «Die Annahme der Wohnraum-Initiative mit 58 % zeigt, dass günstiger Wohnraum den Leuten ein wichtiges Anliegen ist.»

Eine Gegen-Initiative, die den Verkauf verhindern will, wurde einstimmig für gültig ­erklärt, jedoch mit 29 zu 14 Stimmen zur Ablehnung empfohlen. Das Volk kann nun am 23. September sowohl über den Verkauf des Areals als auch über die Gegeninitiative an der Urne befinden.

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