WEF 2009: Protest ist «nötiger denn je»
Aktualisiert

WEF 2009Protest ist «nötiger denn je»

«Die fetten Jahre sind vorbei»: Unter diesem Titel laden linke Gruppierungen in diesem Jahr zur WEF-Gegenveranstaltung «Das Andere Davos». Der Anlass im Zürcher Kongresshaus sei angesichts der Finanzkrise nötiger denn je, sagen sie.

Die Finanzkrise habe dazu geführt, dass die Vorschläge, welche von linker Seite seit Jahren gemacht würden, in einer breiten Bevölkerungsschicht zum Thema geworden seien, sagte Maurizio Coppola, Co-Generalsekretär von Attac Schweiz, am Dienstag vor den Medien.

Am WEF-Gegentreffen «Das Andere Davos» wollen sich die Veranstalter mit möglichen Alternativen zum «neoliberalen Desaster» befassen. Kritik üben die linken Gruppierungen insbesondere an den staatlichen Finanzspritzen, welche lediglich Wegbereiter für die nächste Krise seien.

Nestlé unter Beschuss

Neben der Finanzkrise steht auch die Kritik am Nahrungsmittelkonzern Nestlé auf dem Programm, in erster Linie wegen dessen Tätigkeiten in Kolumbien sowie dem Milchpulverskandal in China. Als Redner sind unter anderem die feministische Ökonomin Mascha Madörin sowie Christian Zeller, Professor für Wirtschaftsgeographie in Salzburg, eingeladen.

Die Gegenveranstaltung zum World Economic Forum findet zum neunten Mal statt. Organisiert wird «Das Andere Davos» unter anderem von Attac Schweiz, den Jungen Grünen, dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk, verschiedenen Gewerkschaften sowie der Erklärung von Bern. An den bisherigen Veranstaltungen haben jeweils mehrere hundert Globalisierungsgegner teilgenommen.

Attac hält an Demo-Aufruf fest

Auf dem Flyer von «Das Andere Davos» ruft Attac zur Anti-WEF- Demonstration am 31. Januar in Genf auf. Dies, obwohl die Genfer Kantonsregierung den Anlass verboten hat. Man werde am Aufruf festhalten und hoffe, dass die Genfer Regierung ihre Meinung noch ändere, sagte Coppola. Man wolle sich nicht auf einige Chaoten reduzieren lassen.

Die Genfer Regierung hatte vorige Woche beschlossen, die Anti- WEF-Demo zu verbieten. Die Organisatoren hätten nur ungenügende Garantien dafür abgebeben, dass es nicht zu Krawallen komme, begründete die Exekutive ihre Entscheidung. Sie bezeichnete die Organisatoren als «Gruppe von Leuten, die vorsätzlich nach Genf reisen wollen, um zu randalieren.»

(sda)

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