Aktualisiert 19.10.2004 15:12

Protestaktionen in ganz Europa

Aus Wut über Sparpläne bei General Motors (GM) sind in Bochum, Rüsselsheim und Kaiserslautern rund 40 000 Menschen auf die Strasse gegangen. In Bochum wird weiterhin gestreikt.

Vor dem Tor des Bochumer Werks sammelten sich neben Opel- Beschäftigten auch Kollegen von VW, Porsche, der Steinkohle oder ThyssenKrupp. In den Protestmarsch reihte sich zudem die neue Bochumer SPD-Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz ein.

Insgesamt gingen in Bochum rund 20 000 Menschen auf die Strasse, wie ein Polizeisprecher sagte. In Rüsselsheim beteiligen sich rund 16 000 Menschen an den Protesten, in Kaiserslautern demonstrierten 3000 Personen.

Europäische Solidarität

Die Arbeiter im Opel-Werk im polnischen Gliwice führten am Dienstag einen «Tag der Solidarität» durch. Das nur sechs Jahre alte Werk ist in den Augen vieler deutscher Opel-Angestellten einer der Gründe für den vorgesehenen Stellenabbau in Deuschland. Nach und nach würden Kapazitäten nach Polen verlagert.

In den beiden englischen GM-Werken der Marke Vauxhall waren die insgesamt 7000 Beschäftigten zu Belegschaftsversammlungen eingeladen. Je eine Stunde wurde nicht gearbeitet. Auch im schwedischen Saab-Werk von Trollhättan kamen Angestellte zu Betriebsversammlungen zusammen.

Im GM-Werk im belgischen Antwerpen standen die Bänder seit dem Nachmittag still - allerdings nicht aus Protest, sondern weil der Nachschub aus Bochum fehlte. Dort werden die Achsen für den Astra gefertigt, der unter anderem auch in Antwerpen vom Band läuft.

Streikdrohung in Spanien

Im spanischen Opel-Werk von Figueruelas bei Saragossa wurden die Beschäftigten während ihrer regulären Arbeitspausen über die geplanten Einschnitte beim Personal informiert. Die Gewerkschaft drohte unverhohlen mit Streiks, sollte der Konzern betriebsbedingte Kündigungen anstreben. Nach ihren Angaben sind 600 der 8600 Stellen in dem Opel-Werk in Gefahr. (sda)

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