Unruhen in Bahrain: Proteste nach Tod eines 14-Jährigen
Aktualisiert

Unruhen in BahrainProteste nach Tod eines 14-Jährigen

In Bahrain brodelt es wieder. Nach dem Tod eines Teenagers bei einer Demonstration kam es in der Hauptstadt Manama zu Ausschreitungen zwischen Regimegegnern und der Polizei.

Schiitische Geistliche verfolgen, wie der Leichnam des toten Jungen für die Beerdigung vorbereitet wird.

Schiitische Geistliche verfolgen, wie der Leichnam des toten Jungen für die Beerdigung vorbereitet wird.

Tausende folgten am Donnerstag in der Ortschaft Sitra dem Sarg von Ali Jawad Ahmad. Polizisten hätten am Mittwoch nach dem Morgengebet aus nächster Nähe eine Tränengaskartusche auf den 14-Jährigen abgefeuert, teilte der bahrainische Jugendverband für Menschenrechte unter Berufung auf Augenzeugen mit. Sitra zählt zu den Hochburgen der schiitischen Opposition gegen das sunnitische Königshaus im Inselstaat.

Die Behörden bestätigten den Tod eines Jungen, machten jedoch keine Angaben zur Todesursache. Zum angegebenen Todeszeitpunkt habe es in Sirta keinen Polizeieinsatz gegeben, hiess es in einer Stellungnahme des Innenministeriums. Eine Autopsie habe ergeben, dass der 14-Jährige an Verletzungen in seinem Nacken gestorben sei.

«Polizei hat überreagiert»

Dies wird von der Familie von Ali Jawad Ahmed bestritten. Die Polizei habe überreagiert, als sie nach dem Morgengebet anlässlich des Endes des Fastenmonats Ramadan auf eine kleine Gruppe Demonstranten gestossen sei, sagte der Onkel des Jungen, Isa Hassan, bei der Beerdigung seines Neffen. Die Beamten hätten aus sieben Metern Entfernung direkt in die Menge gefeuert. «Sie sollten die Gaskartuschen in die Luft schiessen, nicht direkt auf die Leute», sagte Hassan. «Die Polizei hat sie als Waffen gebraucht.»

In Bahrain kommt es seit Anfang des Jahres immer wieder zu Zusammenstössen zwischen der Polizei und schiitischen Demonstranten, die vom sunnitischen Königshaus mehr politische Freiheit fordern. In der Nacht zum Donnerstag war es in der Hauptstadt Manama gemäss «New York Times» zu schweren Ausschreitungen gekommen. Hunderte wütende Demonstranten hätten versucht, auf den zentralen Platz vorzudringen, der das Zentrum der Proteste bildete, ehe diese mit Hilfe des Nachbarn Saudi-Arabien niedergeschlagen wurden. Seit Februar kamen bei den Protesten mehr als 30 Menschen ums Leben. (dapd)

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