Nach Räumung: Protestierende Asylsuchende getrennt
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Nach RäumungProtestierende Asylsuchende getrennt

Die zehn protestierenden Asylbewerber wurden auf verschiedene Asylheime verteilt. Die Polizei hatte ihr Protestcamp am Bahnhof Solothurn am frühen Dienstagmorgen geräumt.

von
rey/lüs

Die Gruppe von zehn Asylbewerbern, die am Bahnhof Solothurn gegen ihre Unterbringung in einer Zivilschutzanlage protestiert hatte, ist getrennt worden: Die jungen Männer aus der Türkei, Syrien, Ägypten und Palästina sind auf verschiedene Asylunterkünfte im Kanton verteilt worden.

«Wir haben die Asylbwerber getrennt, um die Gruppendynamik zu durchbrechen, die unter ihnen herrscht», sagt Claudia Hänzi, Chefin des Amts für soziale Sicherheit des Kantons Solothurn. Bei der Unterbringung der betreffenden Asylbewerber habe man darauf geachtet, sie nicht an Standorte zu bringen, wo bessere Verhältnisse herrschen als in der für sie vorgesehenen Zivilschutzanlage in Kestenholz. «Wir wollen nicht, dass sie irgend einen Vorteil aus ihrer Protestaktion ziehen.» Und sie stellt klar: «Asylsuchende haben kein Recht, ihren Wohnort frei zu bestimmen - sie haben sich am Ort aufzuhalten, der ihnen zugewiesen wird.»

Die Polizei hat das Protestcamp am Dienstagmorgen um 5.00 Uhr geräumt. Zur Räumung des Camps habe man sich gemeinsam mit der Polizei entscheiden, weil man zum Schluss gekommen sei, dass die Sicherheit am Bahnhof nicht mehr gewährleistet gewesen sei, so Hänzi. Zudem hätten sich bei einzelnen Personen medizinische Probleme eingestellt.

Die Asylbewerber hatten am Bahnhof campiert, um für menschenwürdigere Lebensbedingungen zu protestieren. Sie weigern sich, in einem Zivilschutzkeller zu leben.

Wie die Polizei auf Anfrage mitteilt, habe man die Männer vom Hauptplatz «abgeholt» und auf den Polizeiposten gebracht. Sie hätten keinen Widerstand geleistet. Ein Leser-Reporter berichtet, es seien rund 20 Polizisten und 5 Kastenwagen im Einsatz gewesen.

Ist der Protest nun vorbei?

Ob die Asylbewerber ihren Widerstand nun aufgeben, ist unklar. Juso-Aktivist Kadim Catak, der die Protestierenden während ihrer Aktion am Bahnhof Solothurn betreute, sagt auf Anfrage, er versuche derzeit, mit den auf verschiedene Standorte verteilten Asylsuchenden Kontakt aufzunehmen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

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