Aktualisiert 17.09.2007 20:15

Proteststurm stillender Mütter auf Facebook

Die Betreiber der Social-Network-Plattform Facebook haben einer stillenden Mutter den Account gelöscht. Sie hatte im privaten Bereich ihrer Seite ein Still-Bild gezeigt.

Die Aufnahme, die Karen Speed aus Edmonton beim Stillen ihres Baby zeigt, war nur im privaten Bereich ihres Facebook-Accounts zu sehen. Dennoch hat ein Administrator des Web-2.0-Riesen ihren Account gelöscht. Dies mit der Begründung, sie habe die Nutzungsbedingungen von Facebook nicht beachtet. Dort heisst es: «Fotos, die Nacktheit, Drogenkonsum oder andere Obszönitäten enthalten, sind nicht zugelassen.»

Speed hat sich von Facebook allerdings nicht unterkriegen lassen und umgehend eine neue User-Community mit dem Namen «Hey, Facebook, breastfeeding is not obscene!» («Stillen ist kein Verbrechen»).

Innert weniger Tage hat sich die User-Gruppe zur eigentlichen Protestbewegung mit rund 12 000 empörten Facebook-Nutzern entwickelt, wie die Zeitung «The Star» aus Toronto berichtet.

Tatkräftig unterstützt wird Speed von Sarah Kaplan. Die Besitzerin eines Ladens für still-taugliche Kleidung in Toronto bezeichnet sich selber als «Laktivistin» und mobilisiert auf allen Kanälen stillende Mütter, um deren Anliegen durchzusetzen. Bis nach Australien hat sie Mitstreiterinnen mobilisiert, die in nationalen Protestgruppen organisiert sind.

Bei Facebook lässt man sich vom Sturm der Entrüstung der «Laktivistinnen» nicht einschüchtern.

Sprecherin Meredith Chin sagte gegenüber dem «Sydney Morning Herald», man habe nichts gegen stillende Mütter, doch: «Bilder, die eine entblösste Brust zeigen, verstossen gegen unsere Nutzungsbedingungen und werden gelöscht.»

(thi)

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