Aktualisiert 05.04.2007 20:39

Prototyp für CO2-freies Kraftwerk

Der deutsche Energiekonzern Vattenfall Europe will bis 2015 das erste Braunkohlekraftwerk zu Serienreife bringen, das kein Kohlendioxid (CO2) in die Umwelt abgibt. Eine Testanlage wurde heute in Betrieb genommen.

Anschliessend sollen alle Kraftwerke umgerüstet werden, sagte Klaus Rauscher, der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe am Donnerstag in Jänschwalde. Der Konzern nahm an dem Lausitzer Kraftwerksstandort eine Testanlage für ein «CO2-freies» Kraftwerk offiziell in Betrieb.

«Wir wollen die Braunkohle künftig klimafreundlich verstromen», kündigte Rauscher an. Wissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus forschen deshalb gemeinsam mit Vattenfall an der neuen Technologie.

Bei dem in der Testanlage angewendeten Oxyfuel-Verfahren wird das bei der Kohleverbrennung entstehende CO2 abgetrennt und verdichtet, um es unterirdisch zu lagern.

Diese Technologie solle auch in der weltweit ersten Pilotanlage für ein «CO2-freies» Kraftwerk am Industriestandort Schwarze Pumpe zum Einsatz kommen, kündigte Rauscher an. Vattenfall investiere mehr als 60 Mio. Euro in die Anlage, die im Mai 2008 in Betrieb gehen soll.

Einen Haken hat die Technologie allerdings noch: Wohin das CO2 statt in die Atmosphäre gepumpt werden soll, ist alles andere als klar. In Frage kommen sowohl tiefe Erdschichten als auch ein «Kombibetrieb» mit einer Ölpumpe: Das in die Ölblase gepumpte CO2 ersetzt das abgepumpte Öl und erleichtert so dessen Förderung - bis die Blase mit CO2 statt Erdöl gefüllt ist.

Schematische Zeichnung der Pilotanlage. (Bilder: Vattenfall)

(sda)

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