Bolivien: Provinz-Gouverneur doch nicht inhaftiert
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BolivienProvinz-Gouverneur doch nicht inhaftiert

Der Gouverneur der bolivianischen Provinz Pando, Leopoldo Fernandez, ist entgegen früheren Angaben der Zentralregierung in La Paz doch nicht festgenommen worden.

Die Regierung hatte am Freitag nach blutigen Zusammenstössen zwischen Anhängern und Gegnern des linksgerichteten Präsidenten Evo Morales den Belagerungszustand über Pando verhängt.

Präsidialamtsminister Juan Ramon Quintana sagte zunächst am Sonntag im Radiosender Red Erbol, Gouverneur Fernandez sei festgenommen worden. Später korrigierte er seine Angaben und erklärte, Fernandez sollte wegen schwerer Verbrechen ins Gefängnis gesteckt werden, er sei aber nicht inhaftiert worden.

Die Regierung macht Fernandez für die Unruhen der vergangenen Tage verantwortlich. Morales hatte ihm am Samstag vorgeworfen, «brasilianische und peruanische Auftragskiller» befehligt zu haben. Fernandez wies die Vorwürfe zurück. Morales bezeichnete eine Schiesserei in Pando, bei der am Donnerstag nach Angaben des Innenministeriums mindestens 26 Menschen ums Leben kamen, als Hinterhalt und Massaker an Regierungsanhängern. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um Bauern, die Präsident Morales unterstützen.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein Streit zwischen den wohlhabenden Provinzen - Pando, Santa Cruz, Beni and Tarija - und der Zentralregierung. Die vier Provinzen fordern von der Regierung in La Paz grössere politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Ausserdem verlangen sie eine Absage des für Dezember geplanten Referendums über eine neue Verfassung, die Morales' Wiederwahl ermöglichen würde.

Morales drohte damit, den Ausnahmezustand auf alle aufständischen Provinzen im Osten des Landes auszuweiten. Ein Krisengipfel der südamerikanischen Staaten soll sich am Montag auf Einladung der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet mit der Lage in Bolivien befassen. (dapd)

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