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MajestätsbeleidigungProvoziert Mourinho seinen Abgang?

José Mourinho bleibt bei Real Madrid auf Konfrontationskurs. Der Portugiese hat mit der Degradierung von Iker Casillas in ein Wespennest gestochen.

von
fox

Es war die Überraschung: Iker Casillas sass beim 2:3 gegen Malaga nur auf der Bank. Seit Mai 2002 verpasste der Captain der Königlichen kein wichtiges Spiel mehr aus «sportlichen Gründen». Der 31-Jährige ist längst «San Iker» in Madrid. Seit 23 Jahren läuft er für die Königlichen auf. Mehrfacher Welttorhüter des Jahres ist er, Welt- und Europameister ebenfalls.

Kein Wunder bestimmt der Knatsch zischen Mourinho und Casillas die spanischen Sportseiten. Es gibt einen Tag vor Weihnachten eigentlich nur noch ein Thema. In einer Umfrage der «As» fordern 93 Prozent von 63'000 Teilnehmern, dass Mourinho gehen muss. Casillas so zu demontieren, das darf nicht sein.

«Adan ist für mich im Moment besser»

Der Portugiese reagiert gelassen. Es sei eine «spieltaktische Entscheidung» und sowieso: «Adan ist für mich im Moment besser. Das ist das Einzige, was zählt.» Dieser Adan sah dann beim zweiten Gegentreffer gegen Malaga nicht gerade gut aus.

Warum es zur Degradierung kam? In Madrid wird gerätselt. Casillas soll einer der längst gesuchten Maulwürfe im Klub sein. Mourinho sprach in der letzten Woche mit Journalisten über das Thema, das ihn schon lange beschäftigt. Zudem passt dem «Auserwählten» nicht, dass Casillas während den heissen Clasicos sich bei seinen Nationalmannschaftskollegen bei Barça meldete, um die Wogen zu glätten.

«Das ist eine Kampfansage in Richtung des Vereins»

Auch Mitspieler waren überrascht. Sergio Ramos, dem auch kein gutes Verhältnis mit Mourinho nachgesagt wird (Mourinho: «Es gibt keine Probleme zwischen uns. Die Beziehung zu meiner Frau ist allerdings besser») äusserte sich entsprechend: «Wir waren überrascht, Iker ist unser Kapitän. Es ist nicht unsere Entscheidung, aber wir müssen sie wohl akzeptieren.» Deutlicher werden alte Real-Legenden. Guti etwa erklärte: «Das ist eine Kampfansage in Richtung des Vereins und einer lebenden Legende des Klubs.» Zusätzliches Öl ins Feuer goss Mourinho nach der Malaga-Pleite und neu 16 Punkten Rückstand auf Barcelona: «Wir haben einen Rückstand, den wir nicht mehr aufholen können.» Was man bei Real nie hören will ist, dass Barcelona nicht einzuholen wäre.

Der Machtkampf ist auf jeden Fall lanciert. Und Mourinho hat momentan die schlechteren Karten. Casillas sah bisher 12 Trainer kommen und gehen, er blieb immer und ist der beliebteste Spieler der Königlichen. Mourinho dagegen provoziert einmal mehr und die Gerüchte um das Interesse von PSG sind auch nicht vom Tisch. Womöglich provoziert der 49-Jährige seinen Abgang. Bei Real hat er noch einen Vertrag bis 2016. Es ist mehr als fraglich, ob er diesen erfüllen wird.

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