Prozess gegen «Dr. Death» kann beginnen
Aktualisiert

Prozess gegen «Dr. Death» kann beginnen

Der oberste Gerichtshof in Südafrika hat den Weg freigemacht für einen neuen Prozess gegen den in den Medien als «Dr. Death» bezeichneten früheren Militärarzt Wouter Basson.

Das Verfassungsgericht hob am Freitag ein früheres Urteil auf, wonach die südafrikanische Justiz für einige der Basson zur Last gelegten Taten nicht zuständig sei, weil sie ausserhalb des Landes geschehen seien.

Südafrika sei nach internationalem Recht dazu verpflichtet, Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verfolgen, hiess es nun in der Entscheidung. Basson wird unter anderem vorgeworfen, während der Apartheid Anschläge mit biologisch-chemischen Waffen gegen Regimegegner wie Nelson Mandela und andere Führer der Schwarzenbewegung geplant zu haben.

Basson wurde 2002 nach einem zweieinhalbjährigen Prozess in 36 Anklagepunkten freigesprochen, darunter Mord, Betrug, Rauschgifthandel und Diebstahl. Zeugen hatten dabei ausgesagt, dass in dem von Basson in den 80er Jahren geleiteten Projekt «Coast» tödliche Bakterien und anderen chemisch-biologischen Waffen entwickelt wurden, mit denen Anschläge auf Schwarze und Regimegegner verübt werden sollten.

Dem früheren Militärarzt, der sich ausser Landes befindet, werden darüber hinaus weitere schwere Straftaten vorgeworfen, unter anderem die Vergiftung von Häftlingen des früheren südafrikanischen Militärs. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft, die das Urteil noch nicht kommentieren wollte, könnte ein neuer Prozess gegen Basson innerhalb von drei Monaten beginnen. (dapd)

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