Kleiderdiebe: Prozess gegen Einbrecherbande eröffnet
Aktualisiert

KleiderdiebeProzess gegen Einbrecherbande eröffnet

Ein Zürcher Unterländer Diebestrio hat in Rümlang bei drei Einbrüchen rund 1000 Kleidungsstücke für eine Viertel Million Franken erbeutet. Nun drohen hohe Freiheitsstrafen bis zu 44 Monaten.

von
Attila Szenogrady

Die drei Angeklagten aus Bachenbülach, Oberglatt und Rorbas hatten eine Gemeinsamkeit. So waren die Schweizer als Balkan-Secondos im Zürcher Unterland aufgewachsen. Nun mussten sie am Montag zu dritt vor dem Bezirksgericht Zürich erscheinen und sich wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls verantworten.

Auf Kleider spezialisiert

Fest steht, dass sich die drei Angeschuldigten im Alter von 29 bis 34 Jahren ab August 2008 als fleissige Einbrecher betätigt hatten. Dies bekam in erster Linie eine Kleiderfirma aus Rümlang zu spüren. Bis zum Mai 2009 suchten die Täter das Unternehmen gleich drei Mal auf und plünderten die Warenbestände. Der grösste Coup gelang in der Nacht auf den 3. April 2009, als sie gleich 400 Kleidungsstücke, diverse Markenartikel wie Sonnenbrillen und vier Laptops in Kehrichtsäcke steckten und das Weite suchten. Die Beute für 60 000 Franken konnte sich sehen lassen.

Insgesamt kamen zum Schluss weit über 1000 Kleider für rund 250 000 Franken weg.

Der Chauffeur, der Callagent und der Spengler verkauften einen Grossteil der Beute weiter.

Hohe Strafen verlangt

Vor Gericht zeigten sich die im Sommer 2009 erwischten Angeklagten grundsätzlich geständig und hofften auf milde Bewährungsstrafen. Der reumütige Chauffeur aus Bachenbülach liess seinen Rechtsvertreter auf 20 Monate bedingt plädieren und verwies darauf, dass er heute ein neues Leben begonnen habe. Er arbeite regelmässig und besuche heute in der Freizeit fast nur noch Fussballspiele des FC Zürich.

Anders sah es der zuständige Staatsanwalt, der für die vorbestraften Täter durchwegs unbedingte Freiheitsstrafen verlangte. 30 Monate für den Mann aus Oberglatt sowie 34 Monate für den Chauffeur. Für 44 Monate soll der Spengler aus Rorbas hinter Gitter. Er hatte sich zusätzlich als Hehler betätigt und mehrere Verkehrsdelikte verübt.

Das Gericht kam aus zeitlichen Gründen noch zu keinem Entscheid. Es wird die Urteile den Parteien demnächst schriftlich zustellen.

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