Aktualisiert 07.06.2007 10:03

Prozess gegen Le Pen verschoben

Der Prozess gegen den französischen Rechtsextremen Jean-Marie Le Pen wegen der Verteidigung von Kriegsverbrechen unter deutscher Besatzung ist verschoben worden.

Das Pariser Strafgericht verzichtete auf den Beginn des Verfahrens und stetzte als neuen Termin den 14. Dezember an. Grund sei der Einsatz des 78-Jährigen bei den am Sonntag beginnenden Parlamentswahlen in Frankreich für seine Partei Front National (FN). Die Anklage wirft Le Pen «Beihilfe zur Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit» vor.

Anlass ist ein Interview Le Pens mit der Wochenzeitung «Rivarol», in dem er Anfang 2005, kurz vor dem 60. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz, die deutsche Besatzung Frankreichs als «nicht besonders unmenschlich» bezeichnet hatte. Der FN-Führer hatte damals zudem gesagt, bei der Besatzung eines grossen Landes wie Frankreich sei «Fehlverhalten» unvermeidlich.

(sda)

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