Iran: Rapper Salehi droht Todestrafe

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IranProzess gegen Rapper Toomaj Salehi  – Todesstrafe droht

Toomaj Salehi (32) wurde Ende Oktober verhaftet, weil er gegen das islamische Regime protestierte. Das Gericht wirft ihm «Krieg gegen Gott» vor.

Darum gehts

Im Iran hat ein Prozess gegen den prominenten Musiker Toomaj Salehi begonnen. Er wurde während der bis heute andauernden Proteste im vergangenen Monat verhaftet. Die Verhandlung in der Millionenstadt Isfahan soll hinter verschlossenen Türen geführt werden, hiess es am Samstag auf dem Telegram-Kanal des Rappers.

Salehi werden gemäss islamischer Rechtsauffassung «Krieg gegen Gott» und «Korruption auf Erden» vorgeworfen. Beide Vorwürfe können ein Todesurteil nach sich ziehen. Von offizieller Seite gab es zunächst keine Bestätigung für den Beginn des Prozesses.

Ein Rapper erhielt bereits die Todesstrafe

Der Rapper war vor rund vier Wochen festgenommen worden. Zuvor hatte er sich mit der Protestbewegung solidarisiert und die politische Führung kritisiert. Staatsmedien veröffentlichten dann ein Video, das den Rapper mit verbundenen Augen zeigen soll. Der gezeigte Mann entschuldigt sich darin für seine Worte. Familienangehörige werfen den Behörden vor, Salehi im Gefängnis gefoltert zu haben.

Bereits zum Tode verurteilt wurde der kurdische Rapper Saman Yasin. Auch ihm wurde «Krieg gegen Gott» vorgeworfen. Anfang Oktober war er bei einer Demonstration in der Hauptstadt Teheran festgenommen worden. Laut Menschenrechtsorganisationen wurde er gefoltert, ehe er dem Richter vorgeführt wurde.

Kundgebung in Istanbul am 26. November: Demonstrantinnen halten ein Plakat des Rappers Toomaj Salehi; daneben ein Plakat von Kindern, die während der Proteste im Iran getötet wurden.

Kundgebung in Istanbul am 26. November: Demonstrantinnen halten ein Plakat des Rappers Toomaj Salehi; daneben ein Plakat von Kindern, die während der Proteste im Iran getötet wurden.

AFP

Zehntausende demonstrieren gegen das islamische Regime

Seit mehr als zwei Monaten demonstrieren Zehntausende gegen den autoritären Regierungsstil und die Islamische Republik. Auslöser war der Tod der jungen iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini. Sie starb am 16. September im Polizeigewahrsam. Zuvor war sie von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstossen haben soll. 

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(dpa/jd)

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