Aktualisiert 07.11.2013 22:26

Absurder Fall

Prozess: Nachbarin die Zunge rausgestreckt

Ein Mann hat seiner Nachbarin die Zunge herausgestreckt. Diese fand das aber nicht lustig und zeigte ihn an. Nun endete der Fall vor dem Rheintaler Kreisgericht.

von
upz
Das Kreisgericht Rheintal in Altstätten. (Bild: upz)

Das Kreisgericht Rheintal in Altstätten. (Bild: upz)

Vor dem Kreisgericht Rheintal trafen sich gestern zwei Ex-Nachbarn aus dem Rheintal, die bös verkracht sind: Die 55-jährige Frau hat den 34-jährigen Mann angezeigt, weil er ihr regelmässig die Zunge herausgestreckt habe. «Das hat mich fertig gemacht. Ich fuhr Umwege, damit ich ihn nicht treffe», so die Privatklägerin.

Der Staatsanwalt hatte dem Nachbarn im Vorfeld wegen Beschimpfung eine bedingte Geldstrafe von 10 Tagessätzen à 120 Fr. sowie eine Busse von 200 Fr. aufgebrummt. Der Zungenstrecker akzeptierte den Strafbefehl nicht – der Fall ging vor Gericht.

Dort hatte die Klägerin gleich sechs Familienmitglieder als Support dabei. Dem Richter berichtete sie sichtlich angespannt, der Nachbar habe ihr «d?Lälle usegstreckt» und den Mittelfinger gezeigt – erstmals Ende 2012, dann im Januar, März und Mai 2013. Hintergrund des Streits war ein Darlehen von 13 600 Fr., das der Nachbar nicht zurückgezahlt habe. Der Angeklagte gab das Zungenstrecken für Dezember zu, danach habe er aber nichts mehr dergleichen getan.

Die Fehde geht weiter

Der Richter sprach ihn frei: Zwar sei er teils geständig, doch diese Tat im Dezember sei nicht Gegenstand der Anklage. Diese befasse sich aufgrund gesetzlicher Fristen nur mit den Vorwürfen vom März und Mai – und bei diesen sei die Sachlage strittig, Zeugen gebe es keine. Es bleiben Kosten von 1500 Fr. für den Staat. Auch die Nachbarsfehde ist noch nicht vorbei: Wegen des Darlehens läuft bei der Staatsanwaltschaft eine Untersuchung. «Wir sehen uns nochmals vor Gericht», so die Klägerin.

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