Aktualisiert 18.04.2014 13:31

Bernie EcclestoneProzessbeginn gegen Formel-1-Boss

Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone muss sich vom kommenden Donnerstag an wegen Bestechung in Millionenhöhe vor einem Münchner Gericht verantworten.

von
sko

Ecclestone soll dem früheren Vorstand der Bayerischen Landesbank (BayernLB), Gerhard Gribkowsky, 44 Millionen Dollar gezahlt haben, um damit den Verkauf der Formel 1 in seinem Sinne zu beeinflussen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Bestechung und Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall vor. Für das Verfahren sind zunächst 26 Prozesstage bis September geplant. Ecclestone muss als Angeklagter in dem Strafprozess an allen Tagen persönlich nach München kommen, darf das Gericht aber nach den Verhandlungen verlassen.

Ecclestone kennt das Münchner Gericht bereits

Seinen Richter Peter Noll kennt Ecclestone schon von seinem letzten Besuch im Münchner Landgericht: Ende 2011 hatte er zwei Tage lang als Zeuge gegen den Banker Gribkowsky ausgesagt, durfte danach aber wieder in seinen Privatjet steigen und zum nächsten Rennen fliegen. Gribkowsky hatte nach monatelangem Schweigen vor Gericht zugegeben, das Geld von Ecclestone erhalten zu haben, und war dafür im Sommer 2012 zu achteinhalb Jahren Haft wegen Bestechung verurteilt worden.

Ecclestone und Gribkowsky hatten sich kennengelernt, als die Landesbank im Jahr 2006 ihre Mehrheit an der Rennserie verkaufen wollte. Gribkowsky hatte als Risikovorstand der Bank die Aufgabe, möglichst viel Geld für die Anteile herauszuholen. Ecclestone fürchtete aus Sicht der Staatsanwaltschaft bei einem Besitzerwechsel einen Machtverlust an der Spitze der Formel 1 und zahlte Gribkowsky deshalb Millionen, damit er einem bestimmten Käufer den Vorzug gibt: nämlich Ecclestones Wunschkandidaten CVC, der die Formel 1 schliesslich auch kaufte.

Ecclestone ist genervt

Das Geld für die Zahlung an Gribkowsky soll sich Ecclestone, der trotz seines Milliardenvermögens als ausgesprochen sparsam gilt, aber weitgehend von der BayernLB zurückgeholt haben – in Form einer Provision von 41 Millionen Dollar für seine Beraterleistungen beim Formel 1-Verkauf. Ecclestone hat die Bestechungsvorwürfe stets bestritten und versichert, er habe nichts Illegales getan. Er stellte die Millionenzahlung an Gribkowsky vielmehr als eine Art Schweigeprämie dar, damit der Banker ihn nicht bei den britischen Steuerbehörden anzeigt.

Ecclestone ist der bevorstehende Prozess vor allem lästig: «Das Ganze ist doch nur ein sehr kleiner Teil meines Lebens. Es sollte eigentlich keine Rolle spielen. Aber im Moment kostet es mich sehr viel Zeit.» Er wolle im Münchner Prozess alles klarstellen – um dann mit seinem Job weitermachen zu können. (sko/si)

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