Umstrittene Corona-Bücher – Buchhandlungen wollen eine Prüfstelle, die den Verkauf reguliert
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Umstrittene Corona-BücherBuchhandlungen wollen eine Prüfstelle, die den Verkauf reguliert

Bücher zum Coronavirus mit umstrittenen Inhalten verkaufen sich gut, Schweizer Buchhändler wie Orell Füssli und Ex Libris generieren damit Umsätze. Aussortiert werden nur gerichtlich verbotene Titel, nun soll es eine unabhängige Instanz richten.

von
Samina Stämpfli
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Orell Füssli will keine Bücher verbieten, jedoch aber nicht mehr darüber diskutieren, welche man verkaufen darf.

Orell Füssli will keine Bücher verbieten, jedoch aber nicht mehr darüber diskutieren, welche man verkaufen darf.

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Darum gehts

  • Weil umstrittene Titel zum Coronavirus die Bestsellerlisten hinaufklettern, werden sie auch von Schweizer Buchändlern verkauft.

  • Ex Libris und Orell Füssli sortieren nur gerichtlich verbotene Bücher mit rassistischen oder menschenverachtenden Inhalten aus.

  • Gefordert wird nun eine Ombudsstelle, die klar deklariert, was verkauft werden kann und soll.

Beim Keyword «Corona» in Online-Büchershops poppen mehr als tausend Buchvorschläge auf, ein grosser Teil davon mit coronaskeptischen Inhalten. Gemäss «SonntagsBlick» haben es einige der genannten Titel gar auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft, diese liegen auch in den grossen Schweizer Buchhandlungen auf, diese generieren damit Umsätze. Alleinig gerichtlich verbotene Bücher werden aussortiert. Solche, die wegen rassistischer oder menschenverachtender Inhalte auf dem Index der deutschen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften geführt seien.

Verantwortung wird delegiert, umstrittene Werke bleiben in den Regalen

Zu den Umsätzen wollten weder Ex Libris noch Orell Füssli Stellung nehmen. Man sei sich jedoch bewusst, dass bestimmte Werke umstritten seien. Grundsätzlich würden aber keine Bücher aufgrund Inhalten, Titel oder persönlichen Meinungen ausgeschlossen. Jedoch soll der Sprecher von Orell Füssli seinen Unmut gegenüber «SonntagsBlick» ausgedrückt haben. Nicht aber, weil man mehr Bücher verbieten wolle, sondern nicht mehr darüber diskutieren, welche man verkaufen dürfe.

Die Buchhändler fordern eine Ombudsstelle nach deutschem Vorbild, welche den Umgang umstrittener Bücher regeln soll. Allen voran der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV). Auf Initiative der grössten Buchhändler soll er seit diesem Jahr beim Bund eine solche antreiben, es habe bereits erste Kontakte zu Parlamentariern gegeben. Doch sei allen klar, dass es heikel sei, Bücher zu verbieten. Die Meinungsfreiheit ist der fundamentale Bestandteil für eine funktionierende Demokratie, zitiert der «SonntagsBlick» weiter.

Auf grosses Wachstum von rassistischen und faschistischen Inhalten zurückzuführen

Das Engagement für eine Ombudsstelle soll aber sowieso auf das grosse Wachstum des Onlinehandels und rassistische sowie faschistische Inhalte zurückzuführen sein. «Die Diskussion wurde nicht durch Corona initiiert», so Tanja Messerli, die Sprecherin des SBVV gegenüber der Zeitung.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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