Prügel im Zug: SBB vermehrt mit zwei Kondukteuren unterwegs
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Prügel im Zug: SBB vermehrt mit zwei Kondukteuren unterwegs

In der Romandie sind Frühzüge an den Wochenenden neu mit zwei Zugbegleitern und Bahnpolizisten unterwegs. Dies wurde nötig, weil Betrunkene vermehrt aufs Personal losgingen.

Die SBB geht gegen aggressive Partyheimkehrer vor: Testweise lässt sie in der Romandie Morgenzüge am Wochenende doppelt begleiten. Die Resultate dieses Versuchs sollen im Herbst ausgewertet werden.

SBB-Sprecher Roland Binz bestätigte heute einen entsprechenden Bericht in der neuesten Ausgabe der Zeitung «arbeit & verkehr» des Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonalverbands (SEV).

Der SEV hatte von der SBB gefordert, auch Morgenzüge am Wochenende doppelt begleiten zu lassen. Partygänger, die nach einer langen Nacht heimkehrten, würden immer wieder die Zugbegleiter angreifen, lautete die Begründung der Gewerkschaft.

Der Versuch in der Romandie soll deshalb Klarheit darüber bringen, ob eine doppelte Zugbegleitung auf diesen Zügen sinnvoll ist. Das Problem existiere aber natürlich nicht nur in der Romandie, sagte Binz.

Bahnpolizei doppelt so häufig unterwegs

Heute ist das Zugpersonal auf allen Fernverkehrszügen nach 22 Uhr, auf Zügen mit mehr als 400 Passagieren und auf Zügen durch den Lötschberg-Basistunnel in Zweierteams unterwegs.

Auf besonders kritischen Zügen wird das Zugpersonal von der Bahnpolizei begleitet. Die Präsenz der Bahnpolizei sei in den letzten Jahren verdoppelt worden, sagte Binz.

Es sei im Übrigen nicht so, dass die tätlichen Übergriffe zugenommen hätten. Laut SBB kam es 2007 zu 235 Angriffen auf das Zugpersonal. 2006 waren es 196 Fälle gewesen, 2005 deren 184 und 2004 285.

(sda)

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