Krippenmörder: Psychiater fand Zwangseinweisung unnötig
Aktualisiert

KrippenmörderPsychiater fand Zwangseinweisung unnötig

Kim De Gelder, der das Blutbad in der belgischen Kinderkrippe anrichtete, litt schon früher an psychischen Störungen. Seine Eltern wollten ihn einweisen lassen — vergeblich.

De Gelder habe eine schwere Depression gehabt, berichtet die flämische Zeitung «Het Laatste Niews» auf ihrer Website unter Berufung auf De Gelders Anwalt. Schon seit seinem 15. Lebensjahr habe er unter psychischen Problemen gelitten, sich merkwürdig verhalten und Stimmen gehört. In den letzten Monaten habe sich sein Zustand merklich verschlechtert, erklärte Anwalt Jaak Haentjes nach Angaben der Zeitung.

Eltern baten um Einweisung

Vor einigen Jahren wollten De Gelders Eltern ihren Sohn in die Psychiatrie einweisen lassen, weil er sich seltsam benahm. Haentjes gab bekannt, dies sei nicht geschehen, «weil er dann ambulant behandelt worden ist. Er ist rund drei Monate lang zu einem Psychologen gegangen und hat dann vermutlich aufgehört.»

«Ein Psychiater verfügte dann, dass eine Zwangseinweisung nicht notwendig sei. Er hörte damals Stimmen in seinem Kopf», so Haentjes. «Die Frage ist nun, ob die Taten hätten verhindert werden können. Immerhin gab es nie Anzeichen für Gewalt, weder verbal noch physisch.»

Der Anwalt erklärte zudem, De Gelder habe bisher nicht gesagt, ob er während seiner Tat auch Stimmen hörte. «Er weiss nichts mehr von diesen drei, vier Stunden in Dendermonde.» Es gebe Hinweise darauf, dass er eine psychische Störung habe, aber das müsse zuerst eine psychiatrische Untersuchung abklären.

(dhr)

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