Aktualisiert 27.08.2012 11:54

Werbevermarktung PubliGroupe mit starkem Gewinnrückgang

Bei etwa gleich bleibendem Umsatz hat die Werbevermarkterin PubliGroupe im ersten Halbjahr 2012 noch knapp die Hälfte des Vorjahresgewinns verzeichnen können.

Die PubliGroupe schreibt noch einen Gewinn von 10,8 Mio. Franken.

Die PubliGroupe schreibt noch einen Gewinn von 10,8 Mio. Franken.

Die Werbevermarkterin PubliGroupe hat im ersten Halbjahr bei stabilem Umsatz einen deutlich geschrumpften Konzerngewinn einstecken müssen. Der Gewinn brach innert Jahresfrist von 23,3 Mio. auf 10,8 Mio. Fr. ein, wie PubliGroupe am Montag mitteilte.

Der Nettoumsatz blieb mit 152,3 Mio. Fr. praktisch auf dem Stand des ersten Halbjahrs 2011 mit 153 Mio. Franken. Das Betriebsergebnis betrug 2,3 Mio. nach 4,1 Mio. Franken im Vorjahreszeitraum.

Wie im Vorjahr profitierte PubliGroupe im ersten Halbjahr von betriebsfremden Faktoren. Das Unternehmen erzielte einmalige Sondererlöse von 15,4 Mio. Fr. aus dem Verkauf des Online-Werbe- Spezialisten Namics und weiteren Verkäufen.

Inserateverkauf hinkt

Erneut schlecht lief das Geschäft mit dem Inserateverkauf (Media Sales). Der Markt ging im zweistelligen Bereich zurück. Der deutliche Rückgang wurde durch gute Ergebnisse bei Search & Find kompensiert.

Bei Media Sales fiel ein Betriebsverlust von 8,2 Mio. Fr. nach einem solchen von 1,7 Mio. im Vorjahr an. Der Nettoverlust in dem Segment wird mit 5,5 Mio. Franken ausgewiesen, weil ein Einmalerlös aus dem Verkauf der Anteile an der Südostschweiz Publicitas hereinkam.

Das unterstreiche die Dringlichkeit der Kostensenkung, teilte das Unternehmen mit. Weitere Einsparungen «im deutlich zweistelligen Millionenbereich» seien nötig, sagte Finanzchef Andreas Schmidt der Finanznachrichtenagentur awp.

Insgesamt sank die Stellenzahl beim Inserateverkauf seit Mitte 2011 um 100 auf 1128 Vollzeitjobs. Im März ging das Unternehmen davon aus, weitere Stellen abbauen zu müssen, nachdem bereits in den letzten Jahren hunderte weggefallen waren.

Börse stimmt neuem Ausweis nicht zu

Mit dem Halbjahresabschluss 2012 rapportiert PubliGroupe erstmalig nach den Rechnungslegungsstandards von Swiss GAAP FER. Ein Grund für die Umstellung war, die eigene Leistungsfähigkeit im Online-Bereich dank proportionaler Konsolidierung der Beteiligungen an Zanox und Local.ch besser darstellen zu können.

Das erlaubte die Schweizer Börse SIX aber bislang nicht. Die Folge ist, dass die Beteiligungen in dem nach Swiss GAAP FER erstellten Ergebnisausweis wie bisher konsolidiert werden. Gespräche mit den Börsenregulierern würden weiterlaufen, erklärte Finanzchef Schmidt.

Zusätzlich publiziert PubliGroupe für die beiden Segmente Search & Find sowie Digital & Marketing Services (DMS) aber einen pro-forma Ausweis mit entsprechender Quotenkonsolidierung. Laut diesem erreichen die Umsätze im Online-Sektor einen Anteil von 52 Prozent am Gesamtgeschäft.

Erlös aus Liegenschaftsverkauf für Aktionäre

Erfolgreich ging im August der Verkauf von vier Liegenschaften über die Bühne. Der Verkauf wird im Jahresabschluss 2012 zu einem Buchgewinn von 39 Mio. Fr. führen. Der grösste Teil davon soll wie bereits angekündigt via ein Aktienrückkaufprogramm den Aktionären zufliessen.

Im September übernimmt der Online-Marketingspezialist Arndt Groth den Chefsessel bei PubliGroupe. Der Deutsche soll das digitale Gesamtangebot weiter vorantreiben. Hans-Peter Rohner gibt sein Doppelmandat auf diesen Zeitpunkt hin ab und konzentriert sich auf das Verwaltungsratspräsidium. (sda)

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