ETA-Film sorgt für Furore: Publikum verlässt Kino unter Protest
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ETA-Film sorgt für FurorePublikum verlässt Kino unter Protest

Der katalanische Regisseur Jaime Rosales hat mit seinem ETA-Film «Kopfschuss» auf dem noch bis Samstag dauernden Internationalen Filmfestival von San Sebastian für viel Aufregung gesorgt. Zuschauer verliessen den Saal unter Protest.

Unter dem Eindruck der neuen ETA-Terrorwelle regte der Streifen viele Zuschauer auf. Unter Protest verliessen sie die Vorführungen. Einen Tag vor der ersten Filmprojektion löste die baskische Terrororganisation ETA mit drei Anschlägen in nur 24 Stunden eine neue Welle der Gewalt aus. Ein Soldat starb, sechs weitere erlitten schwere Verletzungen.

In dieser sensiblen Situation reagierten Festivalbesucher und Medien mit Empörung auf die ihrer Meinung nach zu «neutrale» Herangehensweise an das Thema des Terrorismus. In «Kopfschuss» erzählt Regisseur Jaime Rosales den Ablauf eines Attentats nach, das sich am 1. Dezember 2007 ereignete.

Zwei spanische Polizisten in Zivil, die auf einer Autobahnraststätte Kaffee tranken, wurden von zufällig anwesenden ETA-Mitgliedern erkannt und auf dem Parkplatz mit Kopfschüssen hingerichtet.

Rosales verzichtet auf Dialoge. Die Kamera nimmt die Schauspieler wie bei Tierdokumenten aus der Entfernung auf. Einer der Attentäter erscheint bis zum Mord wie ein ganz normaler Mensch.

«Kopfschuss» geht neue künstlerische Wege. Viele Kritiker sehen in ihm deshalb einen Favoriten für die «Goldene Muschel».

(sda)

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