05.02.2017 18:29

SolothurnPuff-Detektiv sucht nach illegalen Etablissements

Seit einem Jahr benötigen alle Bordelle im Kanton Solothurn eine Bewilligung. Viele haben jedoch noch keine. Beamte des Kantons müssen nun die illegalen Betriebe ermitteln.

von
stm

«Wir sind am Abklappern», sagt Daniel Morel, Leiter der Abteilung Arbeitsbedingungen beim Amt für Wirtschaft des Kanton Solothurn. Gemeinsam mit der Polizei kontrolliert er Erotik-Etablissements auf das Vorliegen einer Bewilligung. Momentan gebe es nur 15 bewilligte Sexarbeitsbetriebe im Kanton, schreibt die «Solothurner Zeitung».

Seit Anfang 2016 muss eine Baubewilligung oder Bestätigung vorliegen, die belegt, dass die baurechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Dies verlangt das Wirtschafts- und Arbeitsgesetz des Kantons Solothurn. Eines der Probleme sei, dass nicht alle Betriebe von der neuen Regelung Notiz genommen hätten.

Ausserdem seien Cabarets, die keine Sexarbeit anbieten, davon ausgenommen. Sie gelten als Gastwirtschaftsbetriebe.

Keine Liste, deshalb die Puff-Detektive

Dumm nur: Es gibt nirgends eine offizielle Liste, wieviele Bordelle es im Kanton Solothurn gibt und wo sie sich befinden. Deshalb muss das Amt eine solche erarbeiten. «Gewisse Puffs sehen wir sofort, auf andere werden wir erst mit Hilfe der Polizei aufmerksam», sagt Jonas Motschi, Chef des Amtes für Wirtschaft und Arbeit. Zudem geht ein Team von Beamten auch Hinweisen aus der Bevölkerung nach.

Hinweise erhalten die Beamten auch durch Reklamen und Recherchen im Internet. «Wir gehen davon aus, dass es rund 50 Betriebe im Kanton gibt», so Motschi. Ein Blick auf eine inoffizielle Liste im Internet zeigt aber: Bereits dort sind mehr als 50 Sexbetriebe aufgelistet, es dürften noch zahlreiche weitere kleine Freudenhäuser geben, die nur ein kleiner Kundenkreis kennt.

Krankenkassen und Arbeitsbewilligung für Angestellte Pflicht

Doch nicht nur die Häuser und ihre Betreiber benötigen eine Bewilligung, auch die Frauen müssen neu in einem Register aufgeführt werden. Die Polizei muss bei einer Kontrolle ein solches einsehen können. Krankenkassen und Arbeitsbewilligung für die Angestellten sind zudem Pflicht.

Das passt aber nicht allen. «Wenn man die Frauen schützen wolle, müsste man ihnen auch Rechte geben und nicht nur Pflichten auflegen», kritisiert Melanie Munoz von der Fachstelle Lysistrada in Olten. Viel dringender bräuchten die Frauen arbeitsrechtlich verbindliche Arbeitsverträge.

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