Preisabsprache unter Baufirmen - PUK stellt Bündner Behörden im Baukartell-Fall schlechte Noten aus
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Preisabsprache unter BaufirmenPUK stellt Bündner Behörden im Baukartell-Fall schlechte Noten aus

Die Verbindungen zwischen kantonalen Stellen und der Baubranche im Kanton waren über Jahre zu eng. Korrupt hätten die Behörden allerdings nicht gehandelt.

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Im Kanton Graubünden soll es jahrelang zu Preisabsprachen in der Baubranche gekommen sein. Nun hat der Kanton die eigene Rolle in diesem Fall untersucht.

Im Kanton Graubünden soll es jahrelang zu Preisabsprachen in der Baubranche gekommen sein. Nun hat der Kanton die eigene Rolle in diesem Fall untersucht.

20min/Adriel Monostori
Adam Quadroni war der Whistleblower, der den Fall im Herbst 2012 ins Rollen brachte.

Adam Quadroni war der Whistleblower, der den Fall im Herbst 2012 ins Rollen brachte.

Screenshot/SRF

Jahrelang hatten Bündner Baufirmen Preisabsprachen getroffen und Projekte untereinander verteilt. Die Folgen waren unter anderem überhöhte Preise, die die öffentliche Hand tragen musste. Wer alles davon wusste, involviert war und sich möglicherweise auch bereicherte, untersuchte eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK). Jetzt liegt der Bericht vor.

Zu Korruption kam es demnach nicht, wie SRF schreibt. Dafür wurden aber grosszügig Informationen ausgetauscht. Die Baubranche sei an Veranstaltungen regelmässig durch das Tiefbauamt über geplante Projekte in Kenntnis gesetzt worden. Der Kanton habe damit Absprachen gefördert.

Whistleblower machte Kanton bereits 2009 auf Missstände aufmerksam

Das Baukartell flog 2012 letztlich durch den Whistleblower Adam Quadroni auf. Er informierte damals die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) und lieferte entscheidende Hinweise. Der Bericht der PUK zeige nun, dass der Kanton bereits im Jahr 2000 Absprachen im Strassenbau vermutete. Auch Mitarbeiter sollen informiert gewesen sein.

Das Einschreiten seitens des Kantons sei aber zu wenig konsequent gewesen. 2009 hätte man handeln können und müssen, machte der Whistleblower das kantonale Tiefbauamt doch schon damals auf die Missstände aufmerksam. Doch es geschah nichts. Die PUK stuft die Versäumnisse als Verstösse gegen die Dienstpflicht ein.

Die Aufarbeitung der Geschehnisse kostete 1,1 Millionen Franken, wie SRF weiter schreibt. Mit diesem Bericht beendet die PUK ihre Arbeit. Am Donnerstag will die Bündner Regierung dann eine weitere interne Untersuchung präsentieren.

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