Aktualisiert 06.11.2015 15:42

Thun

Pumptrack-Spielplatz verärgert Anwohner

Eigentlich sollte der neugestaltete Spielplatz im Lerchenfeld viel Spass bringen. Doch viele Anwohner ärgern sich nun über nächtlichen Lärm.

von
nel
Seit Mai bringt ein Pumptrack viel Action auf den Spielplatz im Lerchenfeld in Thun – zu viel Action, meinen die direkten Anwohner.

Seit Mai bringt ein Pumptrack viel Action auf den Spielplatz im Lerchenfeld in Thun – zu viel Action, meinen die direkten Anwohner.

Mit Fahrrädern und Trottinetten zischen Kinder über den 150 Meter langen Pumptrack auf dem Spielplatz im Thuner Lerchenfeld. Der Pumptrack wurde im Mai fertiggestellt und ist ein 150 Meter langer Rundkurs aus Asphalt mit Wellen und Steilwandkurven. Was den Knirpsen höchstes Vergnügen bereitet, ist für die Anwohner zum grossen Störfaktor geworden.

Der Pumptrack hat sich zu einer richtigen Attraktion entwickelt – auch für Personen, die nicht in der Nähe des Spielplatzes wohnen. Dies sorgt in der Nachbarschaft für Unmut: «Oft kommen sie von weit her und parkieren ihre Autos rund um den Spielplatz mitten im Quartier», sagt Anwohner und Präsident des Lerchenfeld-Leists Andreas Lüscher zum Thuner Tagblatt. «Der Pumptrack dominiert den Spielplatz und stellt den ursprünglichen Nutzen des Platzes in den Schatten.» Damit sei die Stadt mit der Neugestaltung des Spielplatzes über das Ziel hinausgeschossen, so Lüscher.

Nächtliche Musikbeschallung und öffentliches Urinieren

Anders sieht das Daniel Landis, Leiter der Fachstelle Kinder und Jugend bei der Stadt Thun: «Der neue Spielplatz ist attraktiv und findet grossen Anklang.» Auch Familien, die mit ihren Kindern den Spielplatz besuchen, zeigen sich vom neugestalteten Spielplatz begeistert. Einzig ein kleines Café, in dem man einen Kaffee trinken könne, fehle.

Die direkten Anwohner des Spielplatzes ärgern sich jedoch weniger über kleine Kinder, die tagsüber friedlich spielen. Vielmehr stören sie die jugendlichen Nutzer der Pumptracks: «Nachts wird laut Musik gespielt, die Anwohner werden angepöbelt, Abfall wird liegen gelassen, und sogar Scheinwerfer wurden schon montiert», beklagt sich etwa Eva Feller, deren Daheim nur durch eine Hecke und die Langestrasse vom Pumptrack getrennt ist.

Das Hauptproblem seien Gruppen von sechs- bis sechzehnjährigen Kindern und Jugendlichen: Sie würden sich respektlos benehmen und würden nicht vor Vandalenakten bis hin zum öffentlichen Urinieren zurückschrecken. Auch habe man versucht, mit den Jugendlichen in den Dialog zu treten – ohne Erfolg.

Verhaltenskodex für Spielplatzbesucher

Nun sollen konkrete Massnahmen die Situation für die Anwohner verbessern. Lüscher fordert etwa einen Verhaltenskodex für die Spielplatzbenutzer, der vor Ort aufgehängt werden soll. Auf diesen sollen sich Besucher, Polizei und Anwohner berufen können. Zudem solle der Spielplatz eingezäunt werden: «Dies würde zumindest die nächtlichen Störungen verhindern. Das wäre schon ein grosser Schritt in die richtige Richtung und eine Erleichterung für die Anwohner», so Lüscher.

Fachstellenleiter Landis ist daher im Dialog mit den Anwohnern und prüft deren Forderungen: «Wir haben konstruktive Vorschläge erhalten, welche wir auch unterstützen werden. Von einigen geforderte Massnahmen werden wir jedoch absehen.» Noch steht nicht fest, welche Massnahmen konkret getroffen werden. In den kommenden Wochen sollen sie jedoch vorliegen.

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