Am Jahrestag: «Pussy Riot ist nicht tot»
Aktualisiert

Am Jahrestag«Pussy Riot ist nicht tot»

Genau ein Jahr nach dem umstrittenen Auftritt in einer Moskauer Kathedrale zieht das Pussy-Riot-Mitglied Jekaterina Samuzewitsch Bilanz – natürlich vor dem Gotteshaus.

von
kmo

Vor genau einem Jahr führte die Punkband Pussy Riot während 41 Sekunden ein «Punk-Gebet» in einer Moskauer Kathedrale auf. Das brachte den drei Frauen eine Verhaftung und die Verurteilung wegen «Rowdytums aus religiösem Hass» ein. Zwei der drei jungen Frauen wurden wegen ihres Anti-Putin-Protests zu jeweils zwei Jahren im Gefängnis verurteilt. Die dritte im Bunde, Jekaterina Samuzewitsch, kam nach einem Berufungsverfahren frei.

Ihre Freiheit weiss Samuzewitsch zu nutzen. Zum Beispiel für ein Interview zum Jahrestag ihrer Aktion – natürlich vor der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale. Sie sei froh, dass ihr Auftritt den Russen die immer engeren Verbindungen zwischen der Regierung und der orthodoxen Kirche vor Augen geführt hatte, sagte sie am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP.

Pussy Riot mit Ton

Neue Anklage erwartet

Ausserdem regierte Samuzewitsch auf Vorwürfe ehemaliger Pussy-Riot-Anwälte. Diese behaupten, sie habe mit der Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet, um einer Freiheitsstrafe zu entgehen. «Das ist Blödsinn», sagte die Künstlerin gegenüber heute.de. Samuzewitsch wirft den Anwälten ihrerseits vor, diese wollten die Band zerstören.

Samuzewitsch äusserte zudem die Befürchtung, dass die Staatsanwalt eine neue Anklage gegen die Band vorbereite. Nachdem mehrere Internet-Videos verboten wurden, rechnet sie mit einem neuen Prozess wegen Extremismus. Doch die Künstlerin gibt sich kämpferisch: «Ich bereue nichts.» (kmo/sda)

Deine Meinung