Aktualisiert 18.09.2018 10:40

Ärzte in BerlinPussy-Riot-Mitglied wurde wohl vergiftet

Pjotr Wersilow ist ausser Lebensgefahr. Die Ärzte in Berlin informierten heute über den Gesundheitszustand des Aktivisten.

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Pjotr Wersilow von der russischen Protestband Pussy Riot geht es besser. Ein Foto vom 26. September 2018 zeigt ihn in seinem Zimmer in der Charité in Berlin.

Pjotr Wersilow von der russischen Protestband Pussy Riot geht es besser. Ein Foto vom 26. September 2018 zeigt ihn in seinem Zimmer in der Charité in Berlin.

Twitter/tolokno
Der 30-jährige Wersilow macht den russischen Geheimdienst für die mutmassliche Vergiftung verantwortlich.

Der 30-jährige Wersilow macht den russischen Geheimdienst für die mutmassliche Vergiftung verantwortlich.

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«Es dauerte nicht mehrere Tage, bis ich etwas gemerkt habe, sondern es war sofort akut», sagte er zur Bild»-Zeitung. An die Tage danach habe er keine Erinnerung.

«Es dauerte nicht mehrere Tage, bis ich etwas gemerkt habe, sondern es war sofort akut», sagte er zur Bild»-Zeitung. An die Tage danach habe er keine Erinnerung.

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Der mit Vergiftungserscheinungen in ein Berliner Krankenhaus gebrachte Pussy-Riot-Aktivist Pjotr Wersilow ist ausser Lebensgefahr. Wersilows Gesundheitszustand verbessere sich «von Tag zu Tag und er ist nicht mehr vital gefährdet», erklärte Charité-Vorstandschef Karl Max Einhäupl am Dienstag in Berlin. Die Ärzte hätten bei dem 30-jährigen Regierungskritiker eine «jetzt schon fast eine Woche anhaltende Intoxikation» festgestellt, deren genaue Ursache untersucht werde.

Nach Krankenhausangaben war der russische Aktivist «mit Vergiftungserscheinungen und anhaltendem Verwirrtheitszustand» in die Charité eingeliefert worden. Die ersten klinischen Befunde sprächen «für eine bestimmte Wirkstoffgruppe», aber die genaue Substanz sei «nicht bekannt», erklärte Charité-Arzt Kai-Uwe Eckardt. Es sei deswegen «in Abstimmung mit Experten für Toxikologie» eine breit gefächerte Untersuchung eingeleitet worden.

«Vollständige Heilung»

Mit Blick auf die weitere Behandlung zeigte sich Einhäupl zuversichtlich: Die Ärzte gingen davon aus, «dass es zu einer vollständigen Heilung kommen wird».

Das Mitglied der russischen Protest-Band war am Dienstag vergangener Woche zunächst in ein Moskauer Krankenhaus eingeliefert worden. Am Samstag traf Wersilow mit einem Ambulanzflieger in Berlin-Schönefeld ein und wurde zur weiteren Behandlung in die Charité gebracht.

Seine Lebensgefährtin Veronika Nikulschina hatte zunächst berichtet, Wersilow habe sein Seh- und Sprechvermögen verloren und leide an Halluzinationen. Später verbesserte sich sein Zustand nach ihren Angaben leicht.

(afp)

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