Abtransport bestätigt: Pussy-Riot-Mitglieder in Straflager verlegt
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Abtransport bestätigtPussy-Riot-Mitglieder in Straflager verlegt

Rund zwei Wochen nach ihrer Verurteilung sind Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa in russische Straflager verlegt worden – hunderte Kilometer von ihren Familien entfernt.

Das Untersuchungsgefängnis in Moskau habe den Abtransport bestätigt, sagte Verteidiger Mark Fejgin der Nachrichtenagentur Interfax am Montag. Die beiden 24 und 22 Jahre alten Frauen und Mütter waren wegen «Rowdytums aus religiös motiviertem Hass» zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Die Gruppe hatte im Februar mit den für ihre Auftritte charakteristischen bunten Sturmmasken über den Gesichtern in einem «Punk-Gebet» ihre Wut über den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Präsidenten Wladimir Putin sowie dessen enge Verbindung zur russisch-orthodoxen Kirche zum Ausdruck gebracht.

Ein Fall für Strassburg

Wie letzte Woche bekannt wurde, wird sich auch der Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit dem Fall der inhaftierten Musikerinnen beschäftigen. Die dritte Musikerin im Bunde, die mittlerweile freigelassene Jekaterina Samuzewitsch, hat nach Angaben ihrer Anwältin bei dem Gericht in Strassburg Beschwerde gegen die Bedingungen ihrer sechsmonatigen Untersuchungshaft erhoben. «Ihre Rechte wurden verletzt, als sie kein Essen erhielt und nicht schlafen durfte», sagte die Anwältin Irina Chrunova über ihre Mandantin.

Die 30-jährige Musikerin hatte sich bereits in einem Interview über die Haftbedingungen beklagt. Sie und die beiden anderen Band-Mitglieder hätten auch dann morgens um fünf Uhr aufstehen müssen, wenn sie erst um ein Uhr nachts ins Gefängnis zurückgekehrt seien.

«Es war ständiger Stress, wir wurden ständig bewacht, in Handschellen», so Samuzewitsch. Sie will weiter gegen Präsident Wladimir Putin, den sie als «Kopf, Symbol und Garant eines autoritären Systems» beziechnete, protestieren – trotz auferlegter Bewährungsstrafe. (sda)

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