Aktualisiert 07.10.2014 23:01

Austellung als GeschenkPutin, der Geburtstagsheld

Das dürfte dem Kreml-Chef gefallen. Zum 62. Geburtstag des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat eine Pro-Putin-Gruppe ihm ein aussergewöhnliches Geschenk gemacht.

von
cfr

Oben ohne auf einem Pferd, in Kampfmontur, mit Leopardenbabys auf dem Schoss, oben ohne beim Angeln - so kennt man Putin aus den üblichen Pressebildern. Zu seinem 62. Geburtstag hat eine Pro-Putin-Facebookgruppe dem Präsidenten jetzt eine Ausstellung in Moskau gewidmet: «Die zwölf Herkulesaufgaben des Putin.»

Die Bilder sind angelehnt an die zwölf Arbeiten, die Herkules gemäss der Mythologie bewältigen musste, wie das Erlegen des Nemeischen Löwen oder die Tötung einer neunköpfigen Schlange. Im russischen Remake der Sagen ist Putin der Held und kämpft gegen moderne «Monster». So geht er in den Bildern einem Terror-Bösewicht mit Sprengstoffweste an die Gurgel, kämpft mit einem Schwert gegen die mehrköpfige «Sanktions-Schlange» oder legt sich mit den wilden Pferden der Korruption an.

«Er ist ein Held des Volkes»

«Wir lieben ihn und unterstützen ihn in allem», sagt eine junge Besucherin, eine Studentin namens Jewgenija. Hauptorganisator ist ein junger Russe namens Michail Antonow. Zur Ausstellung trägt er ein T-Shirt auf dem «Wladimir Putin» steht, darunter ein Daumen-hoch-Symbol. Zur BBC sagt Antonow: «Wir haben den Führern Russlands stets getraut: den Zaren, Kaisern, oder Generalsekretären der Kommunistischen Partei. Putin fährt in dieser Tradition fort. Er ist ein Held des Volkes».

«Kurator der Heldentaten von Putin»

Auf ihrer Facebook-Seite erklären die Organisatoren laut dem «New York Magazine» den Link zwischen Mythologie und Putin: «Interessanterweise können die Ereignisse der alten Legenden über den mythologischen Helden Herkules auf unsere Zeit übertragen werden, wenn der dreiköpfige Hund Cerberus uns an die USA erinnert, die Vernichtung des Stymphalischen Vogels den Luftangriffen auf Syrien ähnelt und das Ausmisten der Rinderställe des Augean dem Kampf gegen die Korruption.»

Doch auch Putin-Kritiker sahen sich die Ausstellung an, etwa der linksgerichtete russische Fotograf Jewgeni Feldman. Nach seinem Besuch twitterte er: «Eines der zwölf Porträts der Arbeiten des Putin fiel auf den Boden - die Beseitigung der Oligarchie.»

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