Prowestlicher Sieg: Putin erkennt Ukraine-Wahl an
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Prowestlicher SiegPutin erkennt Ukraine-Wahl an

Die Parlamentswahlen in der Ukraine lösten unterschiedliche Reaktionen aus. Während sich das Nachbarland Polen freut, sprechen die prorussischen Separatisten von einer Farce.

Russland hat die Parlamentswahl in der Ukraine anerkannt, zugleich aber einen «schmutzigen und harten Wahlkampf» kritisiert. Die Führung in Kiew könne sich mit der Machtkonstellation nun «ernsthaft um die Lösung der Kernprobleme der Gesellschaft kümmern», sagte der russische Vize-Aussenminister Grigori Karassin.

Die Regierung müsse mit der gesamten Gesellschaft und insbesondere mit den Vertretern der Regionen den Dialog aufzunehmen, sagte Karassin der Agentur Interfax am Montag in Moskau.

Polen erfreut

Der polnische Aussenminister Grzegorz Schetyna sieht nach den Wahlen einen Neuanfang für das Nachbarland. «Die Ukraine geht nach Europa. Sie entscheidet über ihren europäischen Weg», sagte er am Montag im polnischen Radio.

«Sicher wird es Probleme geben, denn das ist eine neue Ära ukrainischer Wirklichkeit», meinte er angesichts notwendiger Reformen in Verwaltung und Wirtschaft. «Ich denke, das ist eine grosse Chance.» Vor allem die Ergebnisse in der Westukraine mit einer Wahlbeteiligung von mehr als 70 Prozent unterstreichen nach Ansicht von Schetyna den Willen der Ukrainer, den Weg der Annäherung an Europa fortzusetzen.

Separatisten sprechen von «Farce»

Die proeuropäischen Kräfte in der Ukraine sehen sich nach Auszählung von rund einem Viertel der Stimmzettel vor einem klaren Sieg. Die prorussischen Separatisten in der umkämpften Ostukraine kritisierten die Wahl vom Sonntag als «Farce». Die Wahl sei in einer «Atmosphäre der Verängstigung der Leute, in einer Kriegsatmosphäre» abgehalten worden, sagte der Separatistenführer Andrej Purgin in Donzek.

In weiten Teilen der Gebiete Donezk und Lugansk hatten die Aufständischen die Wahl nicht zugelassen. Sie seien aber bereit, über Vermittler weitere Gespräche mit der ukrainischen Führung über die Zukunft der Ostukraine zu führen. Die Separatisten wollen an diesem Sonntag (2. November) gegen den Protest Kiews eigene Wahlen in ihren selbst ernannten «Volksrepubliken» Lugansk und Donezk abhalten. (sda)

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