Aktualisiert 16.06.2017 12:52

Russland

Putin hält Wirtschaftskrise für überstanden

Die Inflation sei gering, die Währungsreserven nähmen zu: Russlands Präsident erklärt die Wirtschaftskrise in seinem Land für beendet.

von
nag/fal
TV-Fragestunde: Wladimir Putin hört den Fragestellern aufmerksam zu. (15. Juni 2017)

TV-Fragestunde: Wladimir Putin hört den Fragestellern aufmerksam zu. (15. Juni 2017)

Keystone/Mikhail Klimentyev

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die russische Wirtschaftskrise für überstanden erklärt. «Die Rezession ist beendet, und wir sind in eine Phase des Wachstums übergegangen», sagte er bei seiner traditionellen Bürgersprechstunde «Direkter Draht» in Moskau.

Das Bruttoinlandsprodukt sei inzwischen drei Quartale in Folge gestiegen. Zwischen Januar und April habe das Wachstum 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betragen, sagte Putin.

Zu Beginn der beliebten TV-Show beantwortete Putin am Donnerstag wie in den Vorjahren zunächst Fragen zur allgemeinen Wirtschaftslage. Dabei ging er auch auf Sorgen von Bürgern um ihre Löhne und steigende Lebenshaltungskosten ein. Die Rohstoffmacht Russland leidet seit 2014 unter den Folgen niedriger Ölpreise. Westliche Sanktionen wegen der Ukraine-Krise verschärfen die Lage.

US-Senat für Sanktionen

Der US-Senat hat den Weg für weitere Sanktionen gegen Russland geebnet. Die Kammer billigte nahezu einstimmig ein Gesetzesprojekt, das neue Strafen für die vermutete Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl vorsieht. Zudem soll die Vorlage Präsident Donald Trump daran hindern, die Sanktionen gegen Russland einseitig zu lockern oder zu verschärfen.

Putin kritisierte anlässlich der Sprechstunde, der Beschluss komme «aus dem Nichts». Er verstehe den Schritt des US-Senats nicht. Das Vorgehen der USA habe «keinerlei Grundlage». Er fügte hinzu: «Wenn es die Krim nicht gäbe, hätten sie (die USA) sich etwas anderes ausgedacht, um ihre Strategie der Eindämmung Russlands zu rechtfertigen.»

Russlands Präsident gab während der Bürgerfragestunde einen seltenen Einblick in sein Privatleben, das er gewöhnlich strikt von der Öffentlichkeit abschirmt. Er bestätigte, dass er zweifacher Grossvater sei.

Sein ältestes Enkelkind gehe bereits in den Kindergarten. Ein zweiter Enkelsohn sei kürzlich geboren worden, sagte Putin in der TV-Sendung. Mehr wolle er aber nicht verraten, sonst hätten sie keine Ruhe mehr, fügte der 64-Jährige hinzu.

Der strikte Grossvater

«Ich will nicht, dass sie wie Prinzen aufwachsen, vielmehr sollen sie zu ganz normalen Menschen heranwachsen», sagte Putin. Dass er Enkel hat, wurde erstmals durch längliche Interviews des US-Regisseurs Oliver Stone mit Putin bekannt, die seit Montag vom US-Sender Showtime ausgestrahlt wurden.

Putin schirmt sein Privatleben strikt von der Öffentlichkeit ab. Über seine 1985 und 1986 geborenen Töchter Maria und Katerina sagte er am Donnerstag nur, dass sie sich von der Politik fernhielten und entgegen der Gerüchte nicht im Ausland, sondern in Moskau lebten. Ob Putin seit seiner Scheidung von seiner Frau Ljudmila im Jahr 2014 eine Partnerin hat, ist ebenfalls unklar. (nag/fal/sda)

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