Litwinenkos Vorwürfe: «Putin ist pädophil»
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Litwinenkos Vorwürfe«Putin ist pädophil»

Wladimir Putin soll für den Mord an Alexander Litwinenko verantwortlich sein. Dieser hatte unter anderem behauptet, Putin vergreife sich an kleinen Knaben.

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Wladimir Putin küsst einen Jungen auf den nackten Bauch. (Video: Youtube/eztrinkle)

Präsident Wladimir Putin steht laut dem britischen Untersuchungsbericht unter der Federführung des britischen Richters Sir Robert Owen «wahrscheinlich» hinter dem Polonium-Mord am Kreml-Gegner Alexander Litwinenko. Die in London vorgelegte Untersuchung beschäftigt sich auch mit den Motiven für die Tat. Ex-Agent Litwinenko hatte wenige Monate vor seinem Tod dem russischen Präsidenten unter anderem vorgeworfen, pädophil zu sein.

So schrieb Litwinenko im Juli 2006 in einem Blog: «Putin ist pädophil». Zuvor war ein Video aufgetaucht, in dem der russische Präsident einen Buben während eines Pressetermins auf den nackten Bauch küsst.

Vorgesetzte beim Geheimdienst wussten Bescheid

Litwinenko erwähnte den Vorfall auch in einem Beitrag für eine Nachrichtenagentur tschetschenischer Separatisten. Der 329 Seiten lange britische Untersuchungsbericht zitiert aus diesem: «Putin kniet vor dem Jungen und fragt, wie er heisse. Nikita, antwortet der Knabe. Dann hebt Putin das T-Shirt des wildfremden Jungen und küsst ihn auf dem Bauch. Die Welt ist schockiert. Keiner versteht, wieso Putin so etwas tut.»

Die Erklärung sei «in den Lücken von Putins Lebenslauf» zu finden, behauptete Litwinenko. Unübliche Versetzungen im Laufe seiner Karriere wiesen darauf hin, dass seine früheren Vorgesetzten beim russischen Geheimdienst FSB wussten, «dass Putin ein Pädophiler war». Litwinenko ging noch weiter: Er behauptete in seinem Beitrag, es gäbe Videoaufzeichnungen, die Putin beim Sex mit minderjährigen Jungen zeigten. Nachdem Putin zum FSB-Chef ernannt wurde, habe er alle Akten dazu verschwinden lassen.

Haftbefehl und eingefrorene Vermögen

Was Litwinenko mit den Vorwürfen erreichen wollte, ist unklar, doch sie waren Teil einer Reihe verbaler Attacken des Ex-FSB-Agenten auf Putin. «Die Feindschaft zwischen Herrn Litwinenko und Präsident Putin hatte zweifellos eine persönliche Dimension», zitierte «The Independent» den leitenden Richter Owen. Es habe mehrere Gründe gegeben, warum der russische Staat mutmasslich den Mord an Litwinenko angeordnet habe.

Für den britischen Richter ist erwiesen, dass die Russen Andrej Lugowoi — vormals Agent, mittlerweile Abgeordneter im russischen Parlament— und Dmitri Kowtun ihren Landsmann Litwinenko im November 2006 mit radioaktivem Polonium 210 absichtlich vergiftet hatten.

Das Vermögen der beiden wurde jetzt eingefroren, gegen sie ist in Grossbritannien Haftbefehl ausgestellt worden. Eine Auslieferung lehnt Russland ab. Moskau werde auf einer solchen Grundlage kein Verfahren gegen Lugowoi und Kowtun eröffnen, sagte der Justizsprecher. Tatsächlich legt der Ermittlungsbericht keine juristisch geltenden Beweise auf den Tisch, sondern stützt sich auf Indizien und Plausibilitäten: Sicher ist nur, dass Litwinenko in seinem Londoner Exil einen qualvollen, langen Tod starb, nachdem er am 1. November 2006 mit radioaktivem Polonium vergiftet wurde.

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