Putin: «Kosovo ist beängstigender Präzedenzfall»

Aktualisiert

Putin: «Kosovo ist beängstigender Präzedenzfall»

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Westen am Freitag in scharfen Worten vor den Folgen der Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovos gewarnt.

Dies sei eine Entscheidung, die noch auf den Westen zurückfallen werde, warnte Putin. «der Kosovo ist ein beängstigender Präzedenzfall», sagte er anlässlich eines Treffens der Staats- und Regierungschefs der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

Damit werde de facto eine Bresche in das seit Jahrhunderten gültige Völkerrecht geschlagen und eine noch nicht absehbare Kettenreaktion von Ereignissen ausgelöst, sagte Putin. Die Stellungnahme war seine bislang schärfste Verurteilung der Anerkennung des Kosovos seit der Unabhängigkeitserklärung der ehemalig serbischen Provinz am vergangenen Sonntag. Bislang ist der Kosovo unter anderem von Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und den USA anerkannt worden.

Zuvor hatte der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin erklärt, Moskau könne sich nur noch mit «roher militärischer Gewalt» internationalen Respekt verschaffen. Falls die NATO auf dem Balkan ihr Mandat übertrete und in Konflikt mit den Vereinten Nationen gerate, müsse Russland Gewalt einsetzen, um wieder respektiert zu werden, sagte Rogosin am Freitag. Die USA wiesen die Äusserungen des russischen NATO-Botschafters als «höchst unverantwortlich» zurück und forderten eine Entschuldigung der russischen Regierung. (dapd)

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