Aktualisiert 27.04.2005 14:31

Putin schlägt Nahostkonferenz in Moskau vor

Der russische Präsident Wladimir Putin will alle Konfliktparteien im Nahen Osten im Herbst zu einem Friedensgipfel nach Moskau einladen.

An der Konferenz sollte auch das internationale Nahost-Quartett mit Russland, den USA, den Vereinten Nationen und der EU teilnehmen, schlug Putin am Mittwoch in Kairo vor. Er werde diesen Plan auch bei seinen Gesprächen in Israel vorstellen.

Die Aussenminister des Nahost-Quartetts werden nach Putins Angaben am 8. Mai in Moskau zusammentreffen, um über den Stand im Friedensprozess zu beraten. Dabei geht es um neue Anstösse für den Friedensplan der «Roadmap», der die Gründung eines palästinensischen Staates vorsieht.

Putin besprach mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak auch die Lage im Irak. Vor dem Hintergrund zunehmender Anschläge forderte Mubarak eine stärkere Beteiligung der Vereinten Nationen am politischen Prozess im Irak. Putin ist der erste Moskauer Staatschef seit 40 Jahren, der Ägypten einen offiziellen Besuch abstattet. Zuletzt war der sowjetische KP-Chef Nikita Chruschtschow 1964 bei der Einweihung des Assuan-Staudamms in Ägypten.

Am Mittwochabend wurde Putin zu einem dreitägigen Besuch in Israel erwartet. Seit der Gründung des jüdischen Staates ist noch nie ein Kreml-Chef in Jerusalem gewesen. Bei den Gesprächen mit Ministerpräsident Ariel Scharon geht es möglicherweise auch um Konfliktthemen wie ein geplantes Raketengeschäft Russlands mit Syrien und die Moskauer Hilfe für das iranische Atomprogramm. (dapd)

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